Montag, 14. August 2017

[Montagsfrage] Welche Bücher hast du zuletzt aussortiert?



Heute möchte ich nun auch endlich mal mit der Montagsfrage von Bücherfresserchen beginnen.


Welche Bücher hast du zuletzt aussortiert?

Da zurzeit hier in Kassel wieder mal documenta ist und ich den Parthenon der Bücher unterstützen möchte, habe ich ein paar Bücher aussortiert, die irgendwann mal irgendwo auf der Welt verboten waren. Diese Bücher möchte ich für diese tolle Kunstinstallation spenden, denn es fehlen noch knapp 1600 Bücher, um bis nächsten Monat wirklich alle Säulen füllen zu können.
Danach sollen die Bücher an Besucher verschenkt werden.

Folgende Bücher habe ich ausgewählt:

Stephen King - Friedhof der Kuscheltiere (in Italien - Index Opus Dei (Rating 2-6))
... ein natürlich sehr bekannter Roman des Autors und hierzulande ein Must Read. Seit wann das Buch auf dem Index Opus Dei steht ist aus der Liste der verbotenen Bücher leider nicht raus zu lesen.

Brüder Grimm - Kinder- und Hausmärchen (in Deutschland - in den westlichen Besatzungszonen 1945)
... die Märchen der Brüder Grimm sind wohl so ziemlich jedem in gewisser Weise bekannt. Warum diese in den westlichen Besatzungszonen verboten war, ist mir einfach unbegreiflich. Vielleicht weil sie zum deutschen Kulturgut gehören und alles "Deutsche" in dieser Zeit verhasst war.

Arthur Schnitzer - Reigen (in Deutschland - 1933 und in Italien - Index Opus Dei (Rating 2-6))
... als jüdischer Autor wurden seine Werke im Nationalsozialismus verpönt und Ausgaben seiner Bücher bei der Bücherverbrennung öffentlich vernichtet. Zum Index Opus Dei kann ich leider nichts sagen.

Gotthold Ephraim Lessing - Nathan der Weise (in Österreich - University of Vienna (Project: 'Zensur in Österreich') und in Italien - Index Opus Dei (Rating 2-6))
... warum genau Nathan der Weise verboten war oder ist, weiß ich leider nicht und es stand auch kein Datum in der Liste der verbotenen Bücher. Meine Ausgabe ist übrigens aus dem Hamburger Lesehefte Verlag, die ich besonders schön finde.

Giacomo Girolamo Casanova - Aus meinem Leben (in Österreich - 1822-1835 - University of Vienna (Project: 'Zensur in Österreich')
... das diese Geschichten nur in Österreich auf dem Index standen, wundert mich. Denn hier hätte gerade der Vatikan wohl einiges dran zu mäkeln gehabt.

So, dann will ich die Bücher noch bei Bookcrossing registrieren, damit sie auch nach dem Weiterreisen noch nachverfolgt werden können.

Und schon ist die erste Montagsfrage beantwortet.

[Bloggeburtstag] zwei Jahre Buechertuermchen

2 Jahre 
Leuchtturmwaerterins Buechertuermchen

Wow, schon zwei Jahre sind vergangen. Am 14.08.2015 ging mein Blog online. Wie schnell diese Zeit vorbei ging merke ich auch daran, dass ich eigentlich einen tollen Geburtstagsbeitrag schreiben wollte, von langer Hand geplant und eigentlich mit spektakulärem Inhalt. Tja, eigentlich ...
Doch wie das oft so ist, die Zeit vergeht und man hat alles andere erledigt, doch der Blogbeitrag bleibt liegen (ist ja noch so viel Zeit).
So schreibe ich den Beitrag nun zwischen Tür und Angel  und was wirklich Außergewöhnliches ist mir leider auf die Schnelle nicht eingefallen.

Deshalb ist es einfach an der Zeit, um mal ordentlich danke zu sagen. Danke an euch Leser/innen, denn ohne euch würde all das wenig Sinn machen. Ich danke euch, dass ihr mein Buchgequassel hier und/oder auf anderen Kanälen wie Twitter mitmacht und mir das Gefühl gebt, in einer Community von Gleichgesinnten angekommen zu sein.

Ich habe in den letzten zwei Jahren über LovelyBooks, Google+, die Buchbloggerszene und Twitter jede Menge tolle Erfahrungen und Bekanntschaften machen dürfen und möchte keine davon missen.

Ich versuche mich in der Zukunft etwas intensiver um meinen Blog zu kümmern und auch öfter mal bei Bloggeraktionen dabei zu sein.
Außerdem habe ich mir fest vorgenommen bei der Montagsfrage von Buchfresserchen mitzumachen und so tolle Infos rund ums geschriebene Wort zu liefern.

Und was ich schon mal ankündigen kann, ich bekomme demnächst ein eigenes Bloglogo, das gerade entsteht. Ich freue mich schon sehr darauf, es euch bald zeigen zu können und mir im Hinblick auf die Frankfurter Buchmesse noch Visitenkarten erstellen zu können.

Natürlich freuen Pablo und ich uns immer über eure Kommentare.
In diesem Sinne wünschen wir euch eine schöne Woche und feiern jetzt ein bisschen mit einem Kaffee und einem Katzenleckerchen (ihr dürft gerne überlegen, wer von uns beiden was vernaschen wird).



Eure Leuchtturmwaerterin
 Tamara

Samstag, 5. August 2017

[Rezension] Wilkie Collins - Jezebels Tochter

Wilkie Collins - Jezebels Tochter

Dieses Buch ist nur noch antiquarisch zu erhalten oder bei dtv als eBook.






Angaben zum Buch:
Titel: Jezebels Tochter
Autor: Wilkie Collins
ISBN: 3-423-20003-0
Erscheinungsdatum: Juni 1997
Preis: nur noch antiquarisch zu erhalten
Verlag: dtv

"Vor und zurück, mit schweigendem Tritt
Vorbei an den Toren der Toten ich  schritt
Und sprach, es ist hart und ich seh es nicht ein,
Wenn andere tanzen, dass ich dann allein
Mit dem Tod und der Angst und der Kälte sollt' sein -

Ich arme Seel'!"

Inhalt:
Ein Muss für Schmökerfans und Krimiliebhaber
Die Witwe Jezebel Fontaine tut alles, um ihre gutherzige, aber aufgrund ihres gesellschaftlichen Status nicht eben chancenreiche Tochter möglichst gut zu verheiraten. Jezebels Charme und Überzeugungskraft und nicht zuletzt der Besitz geheimnisvoller Giftfläschchen leisten ihr dabei gute Dienste. Allerdings hat sie nicht mit Mrs Wagner ge-rechnet, die im Haus des anvisierten Bräutigams zu tun hat. Von Natur aus misstrauisch, kommt die alte Dame der Lösung der rätselhaften Giftanschläge immer näher. Doch es ist ein Spiel gegen die Zeit ...Wilkie Collins spinnt ein feines Geflecht aus Geheimnissen und Intrigen, das bis zur letzten Seite fasziniert.

Autor:
Wilkie Collins, 1824 in London geboren und 1889 dort gestorben, enger Freund Charles Dickens', begann nach kurzer juristischer Tätigkeit die Schriftstellerlaufbahn. Er schrieb eine Reihe äußerst spannender, melodramatischer Romane, die, geschickt konstruiert, den Leser auf falsche Spuren locken und als Vorläufer des modernen Detektivromans gelten.
Quelle: dtv

Meine Meinung:
Ein Klassiker der Kriminalliteratur. Wilkie Collins, ein enger Freund von Charles Dickens, schrieb Kriminalgeschichten mit Gruselfaktor. Ein Meister seines Fachs und Arthur Conan Doyle ebenbürtig.
In Jezebels Tochter geht es um Liebe, Lügen, Intrigen und das Spiel mit dem Tod.
Die junge Minna will ihren Fritz heiraten, was dessen Vater verhindern will, denn er hat über Minnas Mutter sehr viel böses gehört.
Und so erfährt man im Buch, wie eine Mensch reagiert, wenn es praktisch 5 vor 12 ist und er keine Wahl mehr hat.

Schreibstil:
Der ICH-Erzähler David Glenney, Neffe der Geschäftsfrau Mrs. Wagner, erzählt aus seiner Sicht, wie sich alles zugetragen hat. 
Durch diese Nähe zum Geschehenen baut Wilkie Collins Spannung auf und macht eine damals sehr beliebte Methode des Mordens zum Gegenstand seiner Geschichte.

Charaktere:
Obwohl David Glenney der ICH-Erzähler ist, fungiert er doch bloß als Protokollant und hat sonst keine andere Funktion. Auch Fritz und Minna sind nur Nebendarsteller. Die eigentlichen Hauptfiguren sind Mrs. Wagner (eine beeindruckende Frau, die sich für die Rechte der Frauen stark macht), Madame Fontaine (die auch Jezebel, also als eine bösartige Frau, bezeichnet wird), Jack Straw (ein Patient aus dem Irrenhaus Bedlam, das besonders den Fans der Serie Penny Dreadful bekannt sein sollte) und Herrn Keller (Fritz' Vater). Eigentlich ist von ihnen einzig Mrs. Wagner wirklich sympathisch.

Mein Fazit:
Ein klassischer Kriminalroman mit Mörder, Mordwaffe, Leiche und jeder Menge Unvorhergesehenem.
Lediglich kleinere Längen im Mittelteil haben mich etwas im Lesefluss aufgehalten.
Ich finde die Figuren, die Wilkie Collins Ende des 19. Jahrhunderts zeichnete, einfach fabelhaft. So vor allem seine Frauenbilder. Sehr modern und aufgeklärt für diese Zeit. Keine Naivchen, die man einem Mann von 1880 durchaus zugetraut hätte. Garantiert nicht das letzte Buch des Autors, dass ich gelesen habe.


Bewertung:  4 von 5 Sternen

[Blogparade] Du und Dein Blog



Eine Blogparade, ins Leben gerufen von Steffi (angeltearz liest), die ich wirklich gut finde und ich deshalb auch mitmachen wollte. Denn in der Bloggerszene ist ganz schön viel los und nicht immer alles rosig. Und damit wir mehr miteinander und weniger gegeneinander arbeiten, kommen hier nun meine Antworten auf Steffis Fragen.

Und los geht's.

1. Wer bist du? Stell dich vor!
Ich heiße Tamara, bin 34 Jahre alt, wohne seit 9 Jahren in Kassel und arbeite seit 2015 in einem kleinen Kasseler Krimiverlag (Prolibris). Ich lese seit ich denken kann, am liebsten Krimis, Thriller, historische Romane und auch mal was Biographisches. Nachdem ich mit meinem ersten Studium einen Fehlstart hingelegt habe, bin ich zu dem gewechselt, was ich immer gerne machen wollte. Nämlich was mit Büchern. Ich habe zuerst Germanistik und Geschichte auf Bachelor studiert und dann noch den Master in Literaturwissenschaft drauf gesetzt.
Ich lese eigentlich in jeder freien Minute. Ein Leben ohne Bücher könnte ich mir nicht vorstellen.

2. Seit wann bloggst du? Und wie bist du zum Bloggen gekommen?
Ich blogge seit August 2015. Habe somit bald 2-jähriges. Ich bin durch mein Volontariat im Verlag zum Bloggen gekommen. Mein Blog macht mir großen Spaß, auch wenn ich nicht oft Zeit dafür finde. Versuche aber nun auch regelmäßig bei solchen Aktionen mitzumachen.

3. Weiß dein Umfeld davon, dass du bloggst? Wenn ja, was sagen sie dazu? Wenn nein, warum nicht?
Ja, mein Umfeld weiß davon, interessiert sich aber nicht so dafür. Das finde ich auch gar nicht so schlimm, denn es gibt ja zum Glück andere Menschen, die sich meinen Blog ansehen und Spaß daran haben meine Beiträge und Rezensionen zu lesen.

4. Nutzt du Social Media? Und wie kann man dir folgen?
Ich bin bei Google+, Twitter, LovelyBooks, Kriminetz, Was liest du? und der Lesejury zu finden. Meinen Facebook-Account habe ich vor 5 Jahren gelöscht und bin seit dem auch ohne recht gut zurechtgekommen. Ich vermisse es nicht wirklich, denn man hört eigentlich nur noch schlechtes darüber. Allerdings bin ich am Überlegen, ob ich mich nicht bei Instagram anmelden soll. Mit neuem Handy und toller Kamera darin ausgestattet, würde sich das ja wirklich anbieten.

5. Gibt es etwas, was dich an der Bloggerwelt stört? Und was würdest du dir wünschen? 
Ich glaube, was mich etwas stört ist dieser Wettbewerbsgedanke (den ich mir wahrscheinlich einbilde). Denn ich versuche einfach meinen Blog hobbymäßig zu betreiben, aber komme damit nicht wirklich weiter. Ich wäre gerne mehr "dabei", aber möchte meine anderen Hobbies auch nicht komplett aufgeben müssen. Ich frage mich immer, wie die anderen Blogger das alles schaffen.

6. Und was magst du an der Bloggerwelt?
Diese super netten Leute, die hinter den Blogs stecken. Sie sind echt hilfsbereit, wenn man Fragen hat und man kann auch mal seine Sorgen bei ihnen "abladen". Eine tolle Community ist dadurch entstanden.

7. Liest du auch außerhalb deines eigenen "Blogbereiches" oder liest du als z. B. Buchblogger nur Buchblogs?
Ich muss gestehen, dass ich meist nur Buchblogs lese. Hier und da schau ich schon mal auf einem DIY-Blog vorbei oder auch bei Kochblogs, wenn ich ein neues Rezept suche. Aber im Prinzip bleibe ich bei "meinesgleichen". 

8. Vernetzen ist wichtig. Hast du Lieblingsblogs? Zeig mal!
Da könnte ich Unmengen an Blogs empfehlen. Hier kommen aber meine Top 5 (Reihenfolge hat nichts zu sagen):


Liebe Steffi, danke für diese tolle Blogparade! Es hat mir großen Spaß gemacht deine Fragen zu beantworten.

Dienstag, 1. August 2017

[Rezension] Elisabeth Herrmann - Die Mühle

Elisabeth Herrmann - Die Mühle


Mein Dankeschön geht an das Bloggerportal von Random House Audio für das Zurverfügungstellen dieses Hörbuchs.



Angaben zum Hörbuch:
Titel: Die Mühle
Autorin: Elisabeth Herrmann
Sprecherin: Laura Maire
ISBN: 978-3-8445-2320-1
Erscheinungsdatum: August 2016
Preis: 17,99 EUR
Verlag: Random House Audio




Inhalt:
Wahrheit, Lüge, Tod

„THE COURT“ – das waren die Coolen. Die Angesagten, die Unerreichbaren, die Helden von Lanas Schulzeit. Durch einen Zufall kommt Lana an eine Einladung zu einem Kurztrip mit der Überflieger-Clique. Oder war das gar kein Zufall? Der Trip führt die Clique in eine alte Mühle, umgeben von wilder Natur. Alles hier scheint für sie vorbereitet zu sein. Nur wer hat eigentlich die Einladungen verschickt? Wer begrüßt sie mit schriftlichen Botschaften, hat seltsame Spiele für sie organisiert? Als dann der erste der Freunde verschwindet, wird Lana klar, dass sie in der Falle sitzt. Denn es geht um Leben und Tod …

Laura Maire, beim Deutschen Hörbuchpreis 2011 und 2014 als Beste Interpretin ausgezeichnet, hat bisher sämtlichen Jugendromanen von Elisabeth Herrmann ihre Stimme geliehen.

(1 mp3-CD, Laufzeit: 10h 57)


Autorin:
Elisabeth Herrmann, geboren 1959 in Marburg/Lahn, ist eine der aufregendsten Thrillerautorinnen unserer Zeit. Zum Schreiben kam sie neben ihrer Tätigkeit als Journalistin erst über Umwege - und hatte dann sofort durchschlagenden Erfolg mit ihrem Thriller "Das Kindermädchen", der von der Jury der KrimiWelt-Bestenliste als bester deutschsprachiger Krimi 2005 ausgezeichnet wurde und vom ZDF verfilmt wurde. Seitdem macht Elisabeth Herrmann Furore mit ihren Thrillern und Romanen. 2012 erhielt sie den Deutschen Krimipreis für "Die Zeugin der Toten", die ebenfalls vom ZDF verfilmt wird. "Die schwarze Mühle" ist ihr vierter Thriller für jugendliche Leser.


Sprecherin:
Laura Maire, geboren 1979 in München, absolvierte ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Bekannt wurde sie durch eine Hauptrolle in der ARD-Vorabendserie "Verdammt verliebt". Sie synchronisierte u. a. Brie Larson in "Raum" (2016 mit einem Oscar ausgezeichnet) und Ashley Greene (als Alice Cullen) in der "Twilight"-Reihe. Daneben war sie immer wieder in "How I Met Your Mother" zu hören. Maire erhielt 2011 den Deutschen Hörbuchpreis als Beste Interpretin. 2014 las sie für den Hörverlag den Thriller "Schattengrund" von Elisabeth Herrmann und erhielt für ihr "virtuoses Sprach-Spiel" noch einmal den Deutschen Hörbuchpreis als Beste Interpretin.

Quelle: Random House Audio


Meine Meinung:
Wer kennt sie nicht aus der eigenen Schulzeit, die Clique der coolsten Leute der Schule? Jeder, der sie kannte, wollte gerne dazugehören (vor allem, wenn man jünger war). Auch mir ging es damals so.
Lana, die Protagonistin dieser Geschichte, hätte auch gerne dazugehört. Zu den Freunden, die für Außenstehende unnahbar wirkten.
Durch Zufall läuft sie Jonny (einem der Clique) in Berlin an ihrer Uni über den Weg. Da er sich bei einem Sturz die Treppe hinunter verletzt, bittet er Lana für ihn zum Treffen der Clique in Karlsbad zu fahren. Neugierig wie sie ist, sagt sie zu. Und so beginnt ein Abenteuer, dass schnell zu einem ausgewachsenen Horrortrip mutiert.
Lana merkt schnell, dass hinter der Arroganz und Überheblichkeit der anderen mehr stecken muss.
Eine Geschichte über Freundschaft, Verrat, Geheimnisse, Lügen, Rache und die Erkenntnis, wie schnell man das Leben eines Menschen zerstören kann.


Schreibstil/Vortragsweise:
Aus Lanas Sicht als Bericht in der Vergangenheit erzählt, ist man ihr sofort nahe. Dank der Sprecherin Laura Maire ein grandios erzähltes Buch. Man will ihr sofort glauben. Sie hat dem Hörbuch durch ihre lebhafte Interpretation die Krone aufgesetzt. Sie gibt jeder Figur etwas individuelles und erschafft so eine Wirklichkeit, die zum Greifen nah ist.


Charaktere:
Neben Lana, die wirklich toll ausgearbeitet ist und mit der man auch mitfiebert, sind die anderen Figuren Stereotype, wie man sie überall findet. Die Zicke, die Burschikose, der Mädchenschwarm usw. Keine tiefgründigen oder speziellen Charaktere, für einen New-Adult-Thriller aber durchaus okay. Allerdings hat es mich gestört, dass Lana nur durch Zufall in alles hinein schlittert.

Mein Fazit:
Ein NA-Thriller mit einigen seichten Passagen, die Dank einer fantastischen Sprecherin aber so gut wie nicht auffallen.
Der Plot ist eher einfach gehalten und es wird mit Zufällen gearbeitet, was mir persönlich nicht so zusagt. Aber das Hörbuch ist alles in allem kurzweilig und hat mir den Abend spannend gestaltet. Daher vergebe ich 4 von 5 Sternen.


Bewertung:  4 von 5 Sternen

Donnerstag, 20. Juli 2017

[Rezension] Sabine Neumann - Das Mädchen Franz

Sabine Neumann - Das Mädchen Franz

Dieses Buch ist nur noch antiquarisch zu erhalten.






Angaben zum Buch:
Titel: Das Mädchen Franz
Autorin: Sabine Neumann
ISBN: 978-3-51839-956-9
Erscheinungsdatum: 2013
Preis: 7,50 EUR
Verlag: Suhrkamp


Inhalt:
"Er, sie, Franz, wer war er eigentlich, sie, Franziska?" Wieder nichts geworden, schimpft die Hebamme, als sie Franz/Franziska auf die Welt zerrt. Wieder nur ein Mädchen. Und Franz beschließt, "ein Mensch zu sein, weiter nichts". Er spielt den Jungen und beobachtet die Mädchen. Ist es wirklich reizvoll, eine Frau zu sein, in einer Welt, die aus winkenden Hausfrauen hinter Küchenfenstern und Angestellten mit kleinen Hüten besteht? In der Männer samstags ihr Auto herzen und Frauen Teppichfransen kämmen? Nicht umsonst ist Klein-Franzens erstes Wort ist "abhauen".

Was ist weiblich, was männlich? Und was lebenswert? Diesen Fragen spürt Sabine Neumann in ihrer Erzählung Das Mädchen Franz nach -- ein berührendes Lesestück und das treffsichere Porträt einer Kindheit und Jugend in den 60er- und 70er-Jahren. --Beate Strobel

Autorin:
Geboren 1961 in Regensburg, Studium der Philosophie und Germanistik in Regensburg und Berlin, u.a. Tätigkeit als Deutschlehrerin in Finnland, 1995 Preisträgerin des Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin, lebt in Berlin und Malmö/Schweden. 
Im Jahr 2000 erschien "ihr perfektes Debüt", der Erzählband Streit (st 3119). Die Literaturkritikerin Manuela Reichart bescheinigte ihr in der Süddeutschen Zeitung "gute Chancen, damit zum Sprachrohr ihrer Generation ausgerufen zu werden." Im März 2003 erschien ihre zweite Erzählung Das Mädchen Franz (st 3456).

Quelle: Amazon

Meine Meinung:
Heutzutage ist es ja eigentlich kein Thema mehr, wenn sich Kinder nicht stereotyp entwickeln bzw. benehmen. In den 1960er Jahren war das noch anders. Mädchen hatten lange Haare zu tragen und mit Puppen zu spielen, Jungs durften zwar mehr und waren höher angesehen, aber wehe sie zeigten Schwäche.
Was aber, wenn man sich als Mädchen und Junge gleichermaßen fühlte?
Franziska/Franz wächst in der Babyboomer-Generation auf. Mädchen haben sich zu fügen. Ein Freigeist, wie Franziska ist, ist nicht erwünscht. In dieser Zeit ist es nicht einfach anders zu sein.
Für mich, die in den 1980ern als nicht ganz typisches Mädchen mit dem Fußball auf dem Bolzplatz und Autos im Dreck gespielt hat, waren die Erzählungen der Kindheit und Jugend eigentlich ganz normal. Doch ist es für mich unvorstellbar in der Regelwelt der 1960er Jahre groß geworden zu sein.

Schreibstil:
Eine Art Lebensgeschichte als Erzählung herausgegeben und aus der Sicht von Franz/Franziska geschrieben. Ein Selbstfindungsprozess mit immer neuen Wandlungen der Hauptfigur.

Charaktere:
Als Leser nimmt man an Franz'/Franziskas Leben teil und fühlt mit ihm/ihr. Franz ist einfach anders und eckt dadurch oft an. Die einzige Person, die ihr das Gefühl von Geborgenheit und Verständnis entgegenbringt, ist ihre Oma. Für diese Zeit wirklich eine bemerkenswert starke Frau.

Mein Fazit:
Ein Portrait eines Mädchens, die erst noch ihren Platz im Leben finden muss. Sie ist ein Freigeist und Freigeister hatten es in den 1960er Jahren im spießbürgerlichen Deutschland schwer. Ein für meine Generation unaufgeregtes Buch, für die Generation meiner Eltern wohl fast schon ein Befreiungsschlag.
Ich vergebe 3 von 5 Sternen, da es sich trotz der wenigen Seiten oft recht zäh las.


Bewertung:  3 von 5 Sternen

Montag, 10. Juli 2017

[Rezension] Jonas Winner - Murder Park

Jonas Winner - Murder Park


Mein Dankeschön geht an LovelyBooks und Random House Audio für das Zurverfügungstellen dieses Hörbuchs.




Angaben zum Hörbuch:
Titel: Murder Park
Autor: Jonas Winner
Sprecher: Uve Teschner, Detlef Bierstedt, Oliver Brod, Vera Teltz
ISBN: 978-3-8371-3832-0
Erscheinungsdatum: Juni 2017
Preis: 14,99 EUR
Verlag: Random House Audio




Inhalt:
Willkommen im Murder Park! Betreten auf eigene Gefahr!

Zodiac Island vor der Ostküste der USA: ein beliebter Freizeitpark — bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. Der Täter Jeff Bohner wird schnell gefasst, der Park aber geschlossen. Die Schreie der Opfer scheinen vergessen zu sein. 

20 Jahre später: Die Insel soll zur Heimat werden für den Murder Park, eine Vergnügungsstätte, die mit den Ängsten der Besucher spielt. Paul Greenblatt wird zusammen mit elf weiteren Personen auf die Insel eingeladen. Und dann beginnen die Morde. Ein Killer ist auf der Insel und die nächste Fähre kommt erst in drei Tagen …

(2 mp3-CDs, Laufzeit: ca. 10h 12)


Autor:
Jonas Winner wuchs in Berlin, Rom und den USA auf und studierte in Deutschland und Frankreich. Nach seiner Promotion über Spieltheorie arbeitete er zehn Jahre lang als Fernsehjournalist, danach folgten Drehbücher fürs deutsche Fernsehen und Romane. Mit dem Self-Publishing-Erfolg Berlin Gothic gelang Winner der Durchbruch als Spannungsautor. Besuchen Sie Jonas Winner auf jonaswinner.com und Facebook.


Sprecher:
Uve Teschner, geboren 1973, arbeitet seit Jahren erfolgreich als Sprecher und hat bereits zahlreiche Hörbücher eingelesen. Für Random House Audio leiht er u. a. Kristina Ohlsson und Greg Iles seine Stimme und sorgt für atemlose Spannung von der ersten Sekunde an.

Detlef Bierstedt wurde 1952 in Ost-Berlin geboren. Dort absolvierte von 1973 bis 1976 seine Schauspielausbildung, der sich zahlreiche Film- und Theaterengagements anschlossen. 1984 siedelte er in die BRD um und spielte seither in einer Vielzahl von TV-Serien mit. Zudem arbeitet als Sprecher für Werbespots, Dokumentationen, Hörspiele und -bücher, hat in mittlerweile über 1000 Produktionen mitgewirkt und gehört so zu den gefragtesten und bekanntesten Stimmen in ganz Deutschland. Unter den Stars, denen er seine Stimme leiht, finden sich George Clooney, John C. Reilly, Jonathan Frakes und Bill Pullman uvm. Er ist der Vater der Schauspielerin und Sprecherin Marie Bierstedt. Für Random House Audio hat er bereits Brandon Sandersons „Sturmlicht-Chroniken” gelesen.

Seit 1995 ist Schauspieler und Sprecher Oliver Brod für diverse Rundfunkanstalten im Einsatz und arbeitet als Literatur- und Featuresprecher im WDR (Stammsprecher ZeitZeichen). Oliver Brods Stimme ist untrennbar mit den Hörbüchern von Dmitry Glukhovsky verbunden. Zuletzt war er in Peter Swansons Die Gerechte zu hören.

Vera Teltz ist Schauspielerin und Synchronsprecherin. Nach ihrer Schauspielausbildung folgten Engagements am Staatstheater Braunschweig, am Volkstheater Rostock und am Maxim Gorki Theater Berlin. 
Sie spielte auch in verschiedenen Fernsehserien mit, wie beispielsweise Kommissar Stolberg, Danni Lowinski oder Grossstadtrevier. Seit 2004 arbeitet sie auch als Synchronsprecherin für Produktionen wie Fluch der Karibik, James Bond: Skyfall, Prometheus und The Mentalist.

Quelle: Random House Audio


Meine Meinung:
Eine Reise in die Vergangenheit in einem Freizeitpark inkl. Serienmörder.
Ein tolles Cover im Negativ gehalten und eine absolut grandiose Website des Heyne Verlags zum Buch, haben mich richtig neugierig gemacht, wie denn wohl das neue Buch von Jonas Winner sein wird.
Eine spannende Idee steckt hinter "Murder Park". Ein Lostplace, der wieder zum Leben erweckt werden soll. 12 Freiwillige, die sich dem Abenteuer aussetzen wollen und Mörder, der bereits vor über 20 Jahren auf der Insel gemordet hat.
In diesem Plot schlummert jede Menge Potential. Leider wird es nicht in dem Maße ausgeschöpft, wie erhofft.


Schreibstil/Vortragsweise:
Zum Schreibstil sei zu sagen, Jonas Winner hat Zeitsprünge geschickt in die Handlung eingewoben. Es springt zwischen dem Aufenthalt auf der Insel und den "Eignungstests" der 12 Probanden hin und her. So erfährt der Hörer sehr viel über die einzelnen Figuren. Teilweise ist allerdings die Beschreibung sehr abgedroschen und unglaubwürdig, worunter dann im Endeffekt auch die Spannung leidet. Streckenweise wirken die Morden wie reine Effekthascherei. 
Die Vortragsweise hat mir extrem gut gefallen. Es hatte durch die 4 verschiedenen Stimmen fast schon Hörspiel-Charakter und hat das Lauschen zu einem echten Vergnügen gemacht.


Charaktere:
Sie sind toll gezeichnet. Man erfährt sehr viel von ihnen, gerade durch die Videointerviews, die immer wieder mit eingestreut werden. Man überlegt bis zum Schluss, was es mit dem Mörder auf sich hat und wer es sein könnte. Das finde ich wirklich gut, an diesem Buch/Hörbuch.


Mein Fazit:
Eine wirklich tolle Idee mit einem wirklich guten Ende, allerdings mit für meinen Geschmack dann doch zu vielen effekthaschenden Stellen, die leider zu platt daherkommen.
Wenn mehr Spannung und Grusel und weniger Ekel in der Geschichte vorgekommen wäre, dann wäre es wirklich ein 5 Sterne Hörbuch geworden. 
So kann ich leider nur 4 Sterne geben, da mich diese Ekelszenen nicht überzeugt haben.


Bewertung:  4 von 5 Sternen