Freitag, 15. Juni 2018

[Rezension] Kylie Scott - Wer will schon einen Rockstar?

Kylie Scott - Wer will schon einen Rockstar?


Foto: Tamara Bretthauer


Angaben zum Buch:
Titel: Wer will schon einen Rockstar?
Autorin: Kylie Scott
Verlag: LYX Verlag by Bastei Lübbe
Preis: 9,99 €
persönliche Wertung: 3 von 5 Sternen



Inhalt:
"Das Leben ist wie ein Lied. Lass es uns spielen!"
Anne Rollins hat den schlimmsten Tag ihres Lebens hinter sich: Ihre Mitbewohnerin ist aus der gemeinsamen Wohnung verschwunden – mit allen Möbeln und ohne ihre Mietschulden zu begleichen. Um sich abzulenken, beschließt Anne kurzerhand, eine Freundin auf eine Party zu begleiten. Doch dort steht sie plötzlich niemand anderem gegenüber als Malcolm Ericson, dem Drummer der weltberühmten Rockband Stage Dive. Als dieser von Annes Problemen erfährt, macht er ihr ein Angebot, das verrückter nicht sein könnte: Er hilft ihr aus ihrer finanziellen Notlage, wenn sie im Gegenzug eine Zeit lang seine Freundin spielt ...

Autorin:
Kylie Scott ist ein großer Fan erotischer Liebesromane und zweitklassiger Horrorfilme. Sie verlangt immer ein Happy End – wenn Blut und Gemetzel auch noch vorkommen, umso besser! Mit ihren zwei Kindern und ihrem Ehemann lebt Kylie in Queensland, Australien. Sie war mit ihrer Stage-Dive-Reihe auf der New-York-Times-, der USA-Today- sowie der Spiegel-Bestseller-Liste vertreten.

Quelle: LYX Verlag by Bastei Lübbe

Meinung:
Band 2 der Stage Dive-Reihe, aber durchaus unabhängig lesbar. Ein leichtes Schmankerl für zwischendurch. Alles dreht sich in diesem Buch um Anne und ihr Liebesleben. Sie arbeitet in einer Buchhandlung, schmachtet ihrem Chef hinterher, der auch gleichzeitig ihr bester Freund ist und träumt davon endlich wieder einmal nicht allein einschlafen zu müssen.
Ihre Nachbarn nehmen sie mit auf eine Party und dort lernt sie ausgerechnet Malcom Ericson kennen, den Drummer von Stage Dive, der früher als Poster über ihrem Bett hing.
Und wie sollte es anders sein, ein großes Hin und Her entsteht.

Kylie Scott versteht sich auf jede Menge Klischees. Sie weiß genau, wie ein netter Liebesroman mit einem Schuss Erotik auszusehen hat und bastelt hier geschickt alles zusammen. Der Schreibstil ist locker flockig leicht und man hat das Gefühl direkt durch das Buch zu fliegen. Sprachlich ist es kein großes Feuerwerk, aber um sich einfach einen schönen Nachmittag/Abend zu machen wirklich brauchbar.

Durch die ICH-Perspektive schafft die Autorin automatisch Nähe zu ihrer Hauptfigur. Allerdings benimmt sie sich oft so vorhersehbar, dass man sie nicht wirklich ernst nehmen kann. Mal ist der typische "Rockstar", sehr von sich selbst überzeugt und teilweise einfach ein Depp. Ehrlich gesagt, habe ich eine ganze Weile gebraucht bis ich mit ihm warm geworden bin.

Fazit:
Ein durchschnittlich guter New Adult-Roman, der schnell runtergelesen ist und den man einfach zum Abschalten konsumieren kann ohne sich groß Gedanken machen zu müssen. Leider kam ich mit den Charakteren nicht recht klar, weil ich dieses Klischee des "Naivchen trifft auf harten Kerl" nicht so sonderlich mag, was aber wohl die meisten anspricht. Trotzdem recht nett und unterhaltsam.
Daher gibt es von mir 3 von 5 Sternen.

Im Buch deutet sich schon die Story von Band 3 an, der hier bereits im Regal steht und sicher auch bald gelesen wird.

Freitag, 8. Juni 2018

[Rezension] Nellie Bly - Zehn Tage im Irrenhaus - WERBUNG

Nellie Bly - Zehn Tage im Irrenhaus


Ich möchte mich ganz herzlich beim Aviva Verlag für dieses tolle Rezensionsexemplar bedanken. Da ich es umsonst zur Verfügung gestellt bekommen habe, kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG, auch wenn dies nichts an meiner persönlichen Meinung zum Buch ändert.



Foto: Tamara Bretthauer

Angaben zum Buch:
Titel: Zehn Tage im Irrenhaus - Undercover in der Psychiatrie
Autorin: Nellie Bly
Verlag: Aviva
Preis: 16,00 €
persönliche Bewertung: 5 von 5 Sternen




Inhalt:
New York, 1887. Für ihren ersten Auftrag als freie Journalistin bei der aufstrebenden Tageszeitung Joseph Pulitzers, New York World, soll Nellie Bly undercover aus der Frauenpsychiatrie auf Blackwell's Island berichten. Ob sie den Mut dazu habe? Die 23-Jährige zögert nicht – natürlich hat sie den.
Der Weg in die Anstalt erweist sich als Kinderspiel. Doch Bly merkt schnell: Wer einmal drin ist, dessen Chancen stehen schlecht, jemals wieder herauszukommen. 
In ihrer bahnbrechenden Reportage berichtet die Undercover-Journalistin Nellie Bly von den desaströsen Zuständen und grauenhaften Misshandlungen, deren Zeugin sie wurde.
Zehn Tage im Irrenhaus  ist ein Meilenstein des investigativen Journalismus und ein wichtiges Dokument der Psychiatriegeschichte.


Autorin:
Nellie Bly wird am 5. Mai 1864 als Elizabeth Jane Cochran in Pennsylvania geboren. Mit einem Leserbrief gelingt ihr 1885 der Einstieg in den Journalismus. Kurze Zeit später geht sie nach New York. Für Joseph Pulitzers Zeitung New York World lässt sie sich in eine Psychiatrie einliefern und verfasst daraufhin die investigative Reportage »Ten Days in a Mad-House«. Bald darauf erscheint die ebenfalls sehr erfolgreiche Reisereportage »Around the World in Seventy-Two Days«, für die sie sich in der Tradition von Jules Vernes Romanhelden Phileas Fogg auf eine Weltreise begeben hatte. 1895 heiratet Bly den 70-jährigen Industriellen Robert Seaman, dessen Unternehmen sie nach seinem Tod 1904 leitet. Nach dessen Bankrott kehrt sie zum Journalismus zurück und wird 1914 Kriegskorrespondentin in Österreich. Am 27. Januar 1922 stirbt Nellie Bly an einer Lungenentzündung.

Quelle: Aviva Verlag


Meinung:
Ende des 19. Jahrhunderts bricht eine junge Frau aus den Konventionen der damaligen Zeit aus und lässt sich als Undercover-Journalistin einweisen. Sie beweist unglaublich viel Mut, weiß sie doch nicht, was sie dort erwartet.
Unter falschem Namen und mit erdachter Lebensgeschichte mimt sie die geisteskranke Nellie Brown. Unglaublich welch grauenvolle Dinge sie berichtet.

Nicht zuletzt wegen des Erzählstils aus der ICH-Perspektive ist Nellies Bericht so lebendig und als Leser leidet man direkt mit den Patientinnen. Sie nimmt uns mit in eine Zeit, in der psychisch kranke Menschen wie gesellschaftlicher "Ausschuss" behandelt werden und insbesondere Frauen nicht einmal wirklich untersucht werden, bevor man sie als geisteskrank abstempelt und einsperrt.
Mich hat es unglaublich erschreckt, wie schnell eine Frau damals als irre galt, wenn sie bloß einen anderen Lebensweg eingeschlagen hatte.

Nellie ist eine bemerkenswerte Frau gewesen und hat mit ihrer Berichterstattung das Augenmerk auf ein Elend hinter verschlossenen Türen und fern von der Mitte der Gesellschaft gelegt. Sie hat Mut bewiesen und ist sich nicht zu fein dafür gewesen selbst unter diesen grauenhaften Zuständen zu leben.

Fazit:
Ein beeindruckender Erfahrungsbericht, der zu seiner Zeit wohl Vorreiter war für viele nachfolgende Undercoveraktionen, wie sie noch heute von Wallraff und Co. unternommen werden.
Auch wenn es noch bis in die 1950er Jahre dauern sollte, bis psychiatrische Kliniken endlich den Wert jedes Individuums erkennen sollten, so hat Nellie Bly doch schon damals ihren Teil dazu beigetragen das Leben in solchen Einrichtungen etwas zu verbessern.

Ich vergebe für diesen Erfahrungsbericht 5 von 5 Sternen, da mich Nellie sofort abgeholt hat und ich gefühlt mitten dabei war.



Dienstag, 29. Mai 2018

[Rezension] Sabine Durrant - Die Hochstapler - WERBUNG

Sabine Durrant - Die Hochstapler

Dieses Buch habe ich vom Penguin Verlag über das Bloggerportal zur Verfügung gestellt bekommen. Daher enthält diese Rezension Werbung. Ich bedanke mich recht herzlich für dieses Buch.

© https://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Durrant_SDie_Hochstapler_179917.jpg


Angaben zum Buch:
Titel: Die Hochstapler
Autorin: Sabine Durrant
Verlag: Penguin
Preis: 13,00 €
persönliche Bewertung: 4 von 5 Sternen


Inhalt:
Seit Paul Morris einen großen Bestseller landete, sind viele Jahre vergangen. Mittlerweile ist das Geld aufgebraucht, und er leidet unter einer Schreibblockade. Doch auf Kosten anderer kommt er ganz angenehm durchs Leben, denn mit einem hatte Paul noch nie Probleme: lügen. Als er seinen alten Schulfreund Andrew Hopkins in dessen Villa besucht, lernt er dort Alice Mackenzie kennen. Die junge Mutter ist verwitwet – und sehr wohlhabend. Alice lädt Paul ein, sie und Andrews Familie in den alljährlichen Urlaub nach Griechenland zu begleiten. Dort, auf Pyros, verschwand vor zehn Jahren ein Mädchen spurlos, und Alice hat nie aufgehört, nach ihr zu suchen. Doch auch Paul war damals auf der Insel …

Autorin:
Sabine Durrant lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in London, wo sie als Autorin und Journalistin arbeitet. Sie schreibt unter anderem für den Guardian, den Daily Telegraph sowie die Sunday Times und hat bereits mehrere Kinderbücher und Romane veröffentlicht, die in bis zu 15 Sprachen übersetzt wurden.

Quelle: Penguin Verlag by Random House


Meinung:
Paul ist ein längst vergessener Schriftsteller, der sich noch immer auf den Lorbeeren seines einst so gefeierten Romans ausruht. Leider ist sein Geld schon längst weg und so muss er sich andere Wege suchen, um zu leben. Und so lässt er sich von Frauen aushalten.
Auf einer Party lernt er Alice kennen und bezirzt sie, sodass er nicht nur in ihr Leben darf, sondern auch in den gemeinsamen Urlaub, den sie mit ihren Kindern und einigen Freunden macht.
Eine wunderbare Urlaubsidylle empfängt den Leser, doch unterschwellig wird einem immer mehr bewusst, dass etwas nicht stimmt. Und so nimmt alles seinen Lauf.

Die Autorin hat eine klare Sprache, bringt alles sehr direkt auf den Punkt und nimmt einen doch sprachlich mit auf die griechische Insel. Leider hat sie es nicht geschafft, dass man auch nur eine ihrer Figuren sympathisch finden konnte. Alle waren auf ihre Weise wirklich furchtbar. Und so blickt man mit einigem Abstand auf die ganze Geschichte. Durch die fehlende Nähe fehlt leider auch etwas die Spannung. Zwischendrin hatte das Buch teilweise ein paar Längen.

Doch das Ende reißt alles wieder heraus. Es hat mich überrascht und mir gezeigt, dass nicht immer alles so glasklar ist wie es zu Beginn scheint.

Fazit:
Ein Buch mit vielen Fassetten und jeder Menge Überraschungen, die sich bis zum Ende Zeit lassen.

Wenn das Ende nicht so toll gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich nur 3 Sterne gegeben. So erhält es 4 von 5. Allerdings ist es in meinen Augen kein Thriller.


Donnerstag, 24. Mai 2018

[Bloggerbeitrag] 5 Buchschätze - Kerstin von KeJas-BlogBuch

5 Buchschätze - Kerstin von KeJas-BlogBuch

Und schon haben wir Ende Mai. Die Zeit fliegt nur so dahin. Bereits zu Beginn des Monats hatte mir die liebe Kerstin von KeJas-BlogBuch ihre 5 Buchschätze mitgeteilt und nun ist es so weit und ich kann sie euch präsentieren. Deshalb verschwende ich auch keine Zeit und gebe das Wort ab an Kerstin:

Liebe Tamara, recht herzlichen Dank, dass ich hier bei dir meine 5 Buchschätze vorstellen darf. Es werden ganz unterschiedliche sein und doch hat mich jedes davon auf seine Art begeistert und vielleicht sogar geprägt.
Vom "Alter" her sind sie auch sehr unterschiedlich und man sieht so vielleicht das sich im Laufe der Jahre das Leseverhalten verändert, aber man doch "seinem" Genre meist treu bleibt.
Ich bin und bleibe eine Krimi- & Thrillertante, auch wenn ich gerne experimentiere.
Mein absolutes Lieblingslieblingsbuch ist und bleibt "Die Straße" von Cormac McCarthy - da ich das aber mal wieder verliehen und schon zu oft genannt habe, ist hier eine Auswahl der Bücher die in meinen Regalen stehen und zu mir gehören.


"ES" von Stephen King

© Kerstin von KeJas-BlogBuch

Das Buch besitze ich jetzt schon seit so vielen Jahren und werde es auch nie hergeben.
Als deutsche Erstausgabe musste ich es damals unbedingt haben und zwar ist dieses von 1992. Somit schon ein paar Tage alt, aber den Inhalt vergisst man nicht.
Es war zwar nicht mein erster King (das war Carrie), dafür aber das Buch, welches am meisten nachhallte. Mich hat diese Freundschaft der Kinder begeistert und ihr Zusammenhalt. 861 großartige Seiten und ein richtig dicker Wälzer. Zwar sieht es nicht mehr so schön aus, da echt rund gelesen, aber es hängen Erinnerungen daran.
Es war so gruselig und seit damals wechsele ich unwillkürlich die Straßenseite (vor allem bei Regen) wenn vor mir ein Gully am Straßenrand ist ;-)


"SIE" von Stephen King

© Kerstin von KeJas-BlogBuch

Das hatte ich mir parallel zu ES gekauft, da beide so wunderbar nebeneinander aussehen. Zu der Zeit war ich Anfang 20 und konnte gruselige Geschichten noch so richtig lesen (heute fürchte ich mich ja direkt).
Bei diesem Buch habe ich so sehr mitgefiebert. Annie die Krankenschwester und Paul der Autor, der sein Buch nur für sie umschreiben muss. Misery und damit SIE, hatte mich total fasziniert. Wie gerade mal 2 Charaktere eine Geschichte so ausfüllen können, empfand ich als großartig. Noch heute, wenn ich das Buch sehe, muss ich sofort an bestimmte Szenen denken. Die Sache mit der Axt und dem Fuß ist da nur so eine ;-)


"Die drei Evangelisten" von Fred Vargas

© Kerstin von KeJas-BlogBuch

An Fred Vargas kam ich durch meine Chefin. Sie hatte mir die Reihe um Adamsberg nahegelegt, von denen ich mittlerweile alle gelesen haben.
Dieses hier ist die 1. Auflage 2011 und steht dementsprechend auch schon ein paar Jahre bei mir.
Die Autorin Fred Vargas hat einen ungemein fesselnden, wenn auch ruhigen Stil. Der französische Flair der in allen Seiten umherschwirrt und diesen Charakteren etwas vornehmes gibt, hat mich dazu bewegt mehr von französischen Autor*Innen zu lesen. 
Zwar immer im Bereich Krimi und Thriller, aber ich mag eben diesen ruhigen Ton, die kleinen Frotzeleien und verzwickten Konstrukte um Opfer und Täter.
Der Schutzumschlag hat schon etwas gelitten - vermutlich hatte ich es zu oft in der Hand.


"Drachenläufer" von Khaled Housseini

© Kerstin von KeJas-BlogBuch

Die Ausgabe von 2004 lag jahrelang auf meinem SuB, bis ich es endlich genommen und damit angefangen habe. Was soll ich sagen - es war wunderschön, tieftraurig, herzzerreißend und ganz besonders. So schön, dass ich es innerhalb kürzester Zeit gelesen hatte und so sehr weinen musste, weniger wegen Trauer, sondern weil es so wunderbar von Liebe und Zuneigung erzählt.
Die Geschichte handelt von Afghanistan und einer Familie, vor und während der Zeit des grausamen Umbruchs und es hat mir gezeigt das man vieles gar nicht weiß über dieses einst blühende Land. Man reduziert alles auf das aktuelle Geschehen und vergisst, dass dort Menschen leben und lebten, die ganz banale Alltagssorgen hatten wie jeder andere auch und dass dann alles zusammenstürzt und ein Land in Schutt und Asche legt. Ein sehr bewegendes Buch, dass ich als Blick über den Tellerrand jedem empfehlen kann.


"Der Reisende" von Ulrich Alexander Boschwitz

© Kerstin von KeJas-BlogBuch

Neben den Krimis und Thrillern muss ich immer wieder Bücher lesen, die das Thema 1. oder 2. Weltkrieg haben. Flucht, Vertreibung, Judenverfolgung, Nationalsozialismus und all die grausamen Folgen. Keine leichten Bücher, ganz im Gegenteil sogar, aber ich empfinde es als äußerst wichtig nicht zu vergessen. Ob die Menschen dadurch was lernen oder gelernt haben steht auf einem anderen Blatt. 
Dieses Buch erzählt die Geschichte Otto Silbermanns, ein angesehener Bürger, ein erfolgreicher Geschäftsmann. Bis zu dem Tag als die Willkür des Nationalsozialismus zuschlägt und sein Leben komplett aus den Fugen gerät. Das Buch wurde postum veröffentlicht, denn der Autor starb schon 1942. Was mich so bestürzte, war diese Reise des Otto Silbermanns, die zahllosen Zugfahrten um nicht entdeckt zu werden, die Ängste, die ausgestanden werden mussten. Diese absolute Hilflosigkeit, der sich ein Mensch ausgeliefert sah und keine Möglichkeit ihr zu entkommen. 
Das Buch wird mir lange in Erinnerung bleiben und hat einen Ehrenplatz in meinem Regal bekommen.

Meine liebe Kerstin, ich danke dir ganz herzlich für den Einblick in dein Bücherregal. Es sind wirklich tolle Bücher dabei und gerade bei Stephen King bin ich voll bei dir. Diese Bücher liebe ich ja auch sehr.

Wer mehr über den Blog erfahren will, auf dem Kerstin gemeinsam mit Janna ihre Beiträge postet, dann schaut doch einfach mal vorbei (KeJas-BlogBuch). Sie freuen sich immer über Besucher und haben einige wirklich tolle Aktionen und Bücher auf ihrem Blog zu bieten.


Freitag, 11. Mai 2018

[Rezension] Lindgren/Forslund - Meine Kuh will auch Spaß haben - WERBUNG

Astrid Lindgren / Kristina Forslund - Meine Kuh will auch Spaß haben - Ein Plädoyer gegen die Massentierhaltung


Da ich dieses Buch vom Oetinger Verlag erhalten habe, worüber ich mich sehr freue, enthält die Rezension WERBUNG.

© Tamara Bretthauer

Angaben zum Buch:
Titel: Meine Kuh will auch Spaß haben - Ein Plädoyer gegen die Massentierhaltung
Autorinnen: Astrid Lindgren und Kristina Forslund
ISBN: 978-3-7891-0902-7
Verlag: Oetinger
persönliche Bewertung: 5 von 5 Sternen


Inhalt:
Astrid Lingren erhebt ihre Stimme gegen Tierquälerei: Beendet die katastrophalen Zustände in der Massentierhaltung! Gebt den Tieren ihr Recht auf eine natürliche Lebensweise zurück! Das forderte Astrid Lindgren von Schwedens Politikern. Mit Erfolg: Ende der 1980er Jahre wurde das schwedische Tierschutzgesetz geändert.
Das Buch enthält Astrid Lindgrens Artikel, die 1985 bis 1989 im „Expressen“ erschienen. Sie entstanden in Zusammenarbeit mit Kristina Forslund, Dozentin an der Tierärztlichen Hochschule Stockholm, die das Buch um einen aktuellen Kommentar ergänzt.

Autorinnen:
Eine kleine freche Göre, die die Welt der Erwachsenen auf den Kopf stellt, änderte schlagartig ihr Leben: Gerade noch Sekretärin beim Königlichen Automobilklub in Stockholm, wurde Astrid Lindgren 1945 sprichwörtlich über Nacht berühmt. Sie hatte eine Romanfigur erfunden, die wie sie eine Weltkarriere machen sollte: Pippi Langstrumpf. Lindgren, die 1907 in Vimmerby, Småland, geboren wurde, arbeitete fortan als Kinderbuchlektorin und Autorin. Ihr Erfolg war einmalig. Lindgren, die selbst Kinder hatte, mischte sich immer wieder in aktuelle politische Debatten ein und kämpfte bis zu ihrem Tod 2002 für die Rechte von Kindern. Das tut auch Pippi Langstrumpf, deren anarchische Charakterzüge die allzu strengen Regeln der Erwachsenen erfolgreich torpedieren. Ein großartiges Erbe!

Kristina Forslund wurde 1948 in Motala/Schweden geboren. Ab 1974 arbeitete sie als Tierärztin. Darüber hinaus forschte und lehrte sie an der Königlichen Tierärztlichen Hochschule sowie an der Schwedischen Landwirtschaftsuniversität mit Schwerpunkt Wiederkäuer. Kristina Forslund ist verheiratet, hat vier Kinder, fünf Enkel und eine Vielzahl von Haustieren und lebt heute in der Nähe von Uppsala in Mittelschweden. 

Quelle: Oetinger Verlag

Meinung:
Massentierhaltung ist die negative Auswirkung, die unser täglicher Fleisch- und vor allem Wurst- und Käsekonsum mit sich bringt. Ich nehme mich da nicht aus, denn ich freue mich im ersten Moment auch, wenn Milch, Joghurt, Eier, Butter, Wurst und Fleisch im Angebot sind und im Supermarkt nur einen Bruchteil von dem kosten, was im Bioladen um die Ecke dafür verlangt wird.
Dass die Bauern dabei trotzdem verdienen wollen (um natürlich auch davon leben zu könnnen) ist eher zweitrangig für den Konsumenten. Dass am Ende darunter aber die Tieren leiden müssen, das sehen wir Verbraucher nicht und wenn doch, wird es einfach verdrängt beim Biss ins "Mettbrötchen".

Dieses Buch gibt den Tieren eine Stimme.
Astrid Lindgren und Kristina Forslund haben bereits in den 80er Jahren das System der Massentierhaltung angeprangert. Umso erschreckender ist es, dass sich bis heute (30! Jahre später) nichts wesentlich verbessert hat und die Tiere weiterhin vom ersten bis zum letzten Tag ihres Lebens leiden müssen, nur damit wir unser täglich Fleisch auf dem Teller haben. Oder das Müsli mit der "Billig"-Milch übergießen können.

Die Autorinnen haben sich öffentlich in einer schwedischen Tageszeitung darüber ausgetauscht und sind für ihre Kritik zuerst belächelt und später angefeindet worden. Selbst Politiker scherten sich wenig um das Wohl der Tiere. Ein halbherziger Gesetzesentwurf wurde geschrieben, damit die berühmte Frau Lindgren endlich den Mund halten würde.
Leider lebt Astrid Lindgren schon länger nicht mehr und so müssen andere ihre Stimme erheben, damit die Tiere endlich "artgerecht" gehalten werden. Und vor allem sollten wir Konsumenten uns bewusster mit der Lebensmittelproduktion beschäftigen und auch bewusster konsumieren. Denn gerade die "Billigware" ist ja das große Problem. Wenn jeder auch nur etwas seltener Fleisch, Wurst und Käse essen würde, dann wäre den Tieren schon ein wenig geholfen. Wenn dann noch die Regierung dafür sorgen würde, dass alle Tiere genügend Auslauf bekämen, kein Antibiotika mehr erlaubt würde in der Tierhaltung und der Bauer selbst von den Supermärkten ordentlich bezahlt würde, dann könnte man evtl. von einem guten Weg in Richtung Tierwohl sprechen.

Diese Rezension ist so ganz anders, als meine sonstigen Rezensionen, aber das Thema geht mir einfach sehr nahe. Eigentlich beschäftige ich mich mit Schreibstil und Charakteren im Buch. Doch dieses war mir einfach eine Herzensangelegenheit. 
Ich selbst könnte mir nicht vorstellen auf Dauer vegan zu leben, habe aber großen Respekt vor denen, die dies tatsächlich tun. Ich versuche mein Essverhalten insoweit zu kontrollieren, dass ich bewusster mit Lebensmitteln umgehe und sie nicht im Überfluss kaufe, um sie später halbverzehrt in die Mülltonne zu werfen. Außerdem koche ich oft vegetarische Mahlzeiten. 

Fazit:
Ich denke, wenn wir uns immer wieder bewusst machen, dass Tiere für uns sterben oder "benutzt" werden, um unseren Kühlschrank zu füllen, dann gehen wir auf die Dauer einfach ganz anders mit diesen Erzeugnissen um. Es sollte vor allem wieder etwas Besonderes sein z.B. einen Sonntagsbraten zu essen oder Eier für den Kuchen benutzen zu können.

Ich wünsche mir von Herzen, dass die Gesellschaft irgendwann merkt, dass diese Massentierhaltung nichts ist, worauf man stolz sein kann und dass diese Tiere wieder als Tiere und nicht als "Produktionseinheiten" angesehen werden.

Ein wichtiges Buch und ein Thema, über das auch heute viel zu wenig gesprochen wird.