Freitag, 24. Juni 2016

So herrlich kitschig kann Teenieliebe sein.

Abbi Glines - Breathe - Jax und Sadie





Angaben zum eBook:
Titel: Breathe - Jax & Sadie
Autor: Abbi Glines
ISBN: 978-3-492-96951-2
Erscheinungsdatum: April 2015
Preis: 7,99 EUR
Verlag: PIPER Verlag


Klappentext:
Sadie White wird ihre Sommerferien nicht am Strand von Sea Breeze verbringen, sondern als Hausangestellte einer wohlhabenden Familie. Was sie nicht ahnt: Der Besitzer des Anwesens ist Jax Stone, einer der heißesten Rockstars der Welt. Müsste Sadie sich nicht um ihre Mutter und die Familienfinanzen kümmern, wäre sie vielleicht begeistert, einem Rockstar so nah sein zu dürfen. Ist sie aber nicht. Doch während Sadie sich von Jax und dessen Ruhm nicht allzu beeindruckt zeigt, fühlt er sich umso mehr zu ihr hingezogen …


Quelle: PIPER Verlag



Meine Meinung:
Die wechselnde ICH-Perspektive, macht die Geschichte gleich von Anfang an persönlicher. Man ist sofort drin und fühlt mit Sadie und später auch mit Jax. Die beiden Hauptcharaktere und auch die Nebenfiguren, wie Marcus, Ms Mary oder auch Jessica sind sehr lebendig beschrieben. Doch auch, wenn die Geschichte in wechselnder Perspektive aus der Sicht von Sadie und von Jax geschrieben ist, fiebert man doch am meisten mit Sadie mit, da es ihre Geschichte ist, die erzählt wird. Sie hat es nicht leicht und muss sehr viel Verantwortung übernehmen (Aschenputtel lässt grüßen.), weil ihre Mutter einfach nichts auf die Reihe bringt. 
Die Geschichte hat jetzt keinen Tiefgang oder so, aber das erwartet man bei einer Teenieromanze auch nicht. Ich hatte beim Lesen wirklich Freude und ich konnte einfach mal wieder herrlich abschalten vom ganzen Alltagsgeschehen. Auch wenn ich jetzt nicht ständig solche Romane lesen muss. Aber für zwischendrin wirklich nett.


Mein Fazit:
Die klassische Cinderella-Story in neuem Gewand. Eine nett dahinplätschernde Teenie-Liebesgeschichte mit Kitscheinlagen, für einen verregneten Sonntag Nachmittag genau das Richtige.

Bewertung:  4 von 5 Sternen

Sonntag, 19. Juni 2016

Spannender Geocaching-Thriller mit verkorkstem Ende

Ursula Poznanski - Fünf






Angaben zum Buch:
Titel: Fünf
Autor: Ursula Poznanski
ISBN: 978-3-499-25756-8
Erscheinungsdatum: Juli 2013
Preis: 9,99 EUR
Verlag: rororo by Rowohlt Verlag


Klappentext:
Ein Spiel mit Namen Tod.

Eine Frau liegt tot auf einer Kuhweide. Ermordet. Auf ihren Fußsohlen: eintätowierte Koordinaten. Sie führen zu einer Hand, in Plastikfolie eingeschweißt, und zu einem Rätsel, dessen Lösung wiederum zu einer Box mit einem weiteren abgetrennten Körperteil führt. Es ist ein blutiges Spiel, auf das sich das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger einlassen muss. Jeder Zeuge, den sie vernehmen, wird kurz darauf getötet, die Morde folgen immer schneller aufeinander. Den Ermittlern läuft die Zeit davon. Sie ahnen, dass erst die letzte Station der Jagd das entscheidende Puzzleteil zutage fördern wird ...




Meine Meinung:
Wenn man sich das Cover ansieht, fällt einem gleich die Krähe ins Auge. Schaut man sich die anderen Cover der Kaspary & Wenninger-Reihe an, so fällt auf, dass immer wieder eine Krähe auf dem Cover zu finden ist. Ich mag solche Spielereien, auch wenn das Cover erst einmal nichts über den eigentlichen Thriller aussagt. Die Natur kommt hier zur Geltung, und ich finde, das reicht vollkommen aus.

Gleich zu Beginn fallen Sätze wie "Florin klang wie Bourbon auf Eis, kalt-samtig-scharf." auf. Ich persönlich liebe solche Beschreibungen.
Die Figuren sind toll beschrieben, glaubhaft und lebendig gehalten. Ich kann mich gut in Beatrice hineinversetzen und leide, trauere, freue mich mit ihr. Die private und die berufliche Ebene, sind gleich gut ausgearbeitet, sodass man nicht das Gefühl hat, eines von beidem wäre zu ausführlich erzählt. 
Auch Florin ist ein sympathischer Charakter und absolut glaubhaft. Und erst Hoffmann, dieser fiese Chef. Auch ihm glaubt man seine Rolle sofort.
Die Ermittlungsarbeit in Form von Geocaches, die gehoben werden müssen, hat mir große Freude bereitet, da ich selbst gerne die ein oder andere Dose suchen gehe.
Auch wenn mir recht früh klar war, was wann warum passiert, habe ich doch weiter mitfiebern können und wurde auch hier und da eines Besseren belehrt.
Und dann kommt das Aber: Die Story enthält leider einen so groben Schnitzer, dass der ganze Plot am Ende in sich zusammenfällt. Ich möchte hier ungerne spoilern, aber in der Auflösung des Falles passiert etwas, was so tatsächlich nicht der Auslöser für das eigentliche Verbrechen sein kann. Ich weiß nicht, ob das schon mehreren aufgefallen ist, aber mir hat es die Freude am Buch schlagartig genommen.


Mein Fazit:
Im Großen und Ganzen ein toller Thriller, der allerdings auf den letzten 20 Seiten stark nachlässt und die Geschichte in sich zusammenstürzen lässt durch einen Fehler im Plot. Schade, sonst wäre es wirklich ein 5-Sterne-Buch geworden.


Bewertung:  3 von 5 Sternen

Montag, 13. Juni 2016

Die norddeutschen Holmes und Watson sind zurück!

Tilman Spreckelsen - Der Nordseespuk





Angaben zum Buch:
Titel: Der Nordseespuk
Autor: Tilman Spreckelsen
ISBN: 978-3-596-03441-3
Erscheinungsdatum: Mai 2016
Preis: 9,99 EUR
Verlag: Fischer Verlag


Klappentext:
Die Stimmen der Toten rufen übers Meer – der zweite Nordseekrimi mit Dichter und Anwalt Theodor Storm und seinem Schreiber Peter Söt.
Husum, 1843: Nachts am Hafenbecken sieht Peter Söt, der Schreiber und Freund des jungen Anwalts Theodor Storm, im Schlick einen goldenen Pokal aufglänzen. Als er Werkzeug holt, um ihn zu bergen, findet er keinen Kelch mehr – statt dessen liegt nun eine Leiche im Schlick. 
Der erste von mehreren Toten, die Husum in Angst versetzen. Alle Ermordeten hatten Kontakt zu einer Sekte, die vor über hundert Jahren auf der Insel Nordstrand ein Paradies auf Erden, einen Gottesstaat errichten wollte. Storm entdeckt, dass die Gemeinschaft im Verborgenen bis heute besteht. Nimmt sie jetzt späte Rache?
Der zweite Fall für Theodor Storm und Peter Söt an der Nordseeküste: historisch präzise, düster spannend, nordisch klar.

Quelle: Fischer Verlag



Meine Meinung:
Das Cover lässt Dunkles erahnen. Vielleicht etwas übertrieben, aber durchaus stimmungsvoll.
Tilman Spreckelsen hat hier wieder einen netten Detektiv-Krimi im Stil von Sherlock Holmes geschrieben. Auch wenn Peter Söt hier der eigentliche Hauptcharakter ist und Theodor Storm eher blass daherkommt (wie schon in Band 1), macht der Krimi von Anfang an neugierig. Die Einschübe über die Geschichte der Antoinette de Bourignon waren für mich besonders interessant geschrieben und haben sich gut in die eigentliche Story hineingefunden.
Mit den Figuren hatte ich lange Zeit meine Probleme. Theodor Storm zu blass, Peter Söt unsympathisch, Constanze eher ein nettes Anhängsel von Storm, Anna, Katharina und Lena nerviges Beiwerk. Aber dann entwickelten sich viele der Charaktere weiter und sogar der unsympathische Söt, hat mich am Ende doch noch für sich gewinnen können.
Der rote Faden zieht sich gekonnt durch das Buch, die einzelnen Stränge lösen sich zum Schluss alle nach und nach, sodass kein loser Faden zurückbleibt.
So ganz nebenbei erfährt man mehr über die Spaltung der Insel Nordstrand während der großen Flut im 17. Jh. Solche kleinen Nebeninfos mag ich persönlich sehr gerne. Das zeigt mir, dass der Autor sich mit der Geschichte des Handlungsorts auseinandergesetzt hat.


Mein Fazit:
Auch wenn es hier und da kleine Längen gibt und der eigentliche Haupt-Protagonist eher blass daherkommt, macht dieser historische Krimi wirklich Freude. Er ist spannend und man erfährt mehr über die damaligen Bewohner von Husum und Nordstrand. Außerdem lernt man in diesem 2. Band Peter Söt, den heimlichen Hauptcharakter der Reihe, etwas besser kennen. Mir hat das Buch nette Lesestunden bereitet und ich kann es jedem Leser von historischen (Cosy-)Krimis durchaus empfehlen!


Bewertung:  4 von 5 Sternen