Mittwoch, 26. Oktober 2016

[Bericht] Buchmesse Frankfurt am Main 2016

Meine Erlebnisse auf der Buchmesse in Frankfurt


Hier kommt mein kleiner Erlebnisbericht der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt. Dank des Börsenvereins des deutschen Buchhandels und der netten Info von literaturschock bin ich dieses Jahr, mit Presseausweis und kostenlosem Parkplatz ausgestattet, am Freitag dort aufgeschlagen.
Für mich, die seit über 10 Jahren kein eigenes Auto mehr hatte und seit knapp 3 Wochen wieder eines besitzt, war dies meine erste längere Autofahrt (200 km von Kassel nach Frankfurt am Main) und daher war ich mega nervös deshalb. Da ich nicht gerade früh losgedüst bin, was ich eigentlich vorhatte, lief der Straßenverkehr erstaunlich flüssig und ich bin in 1 Stunde 45 Minuten dort gewesen. Als ich im Parkhaus auf meinem Parkplatz stand, schlackerten mir dann doch glatt die Beine. Das hatte ich nicht gedacht, dass mir eine Autofahrt so ans Gemüt gehen konnte. Doch nun war ich endlich am Ziel meines diesjährigen Begehrens und so wollte ich mir den Spaß natürlich durch nichts mehr nehmen lassen. Noch schnell das Schild vom Parkhaus fotografiert, damit ich auch ja mein Auto wiederfinden würde und ab ging es zu den Shuttlebussen.


Angekommen an Halle 3, bin ich einfach erst einmal bei den Kinderbüchern gelandet. Ich habe das Gefühl, die werden jedes Jahr mehr. Es gab so unglaublich viele wunderschöne Bilderbücher zu bestaunen. Mit den tollsten Zeichnungen darin.

Beim Stand von Beltz schließlich, musste ich herzlich lachen. Dort war eine ganze Wand gepflastert mit dem Buch "Was tun, wenn der Hamster den Löffel abgibt?". 


Kurze Angaben zum Buch:
ISBN: 978-3-407-86431-4
Klappentext: Muss ich den kranken Hamster zum Tierarzt bringen? Darf man die Kinder anderer Eltern erziehen? Wie verhalte ich mich, wenn die Tochter jobbt, anstatt zu lernen? Elternprobleme sind oft so knifflig, dass eine Meinung längst nicht ausreicht.
Kirsten Boie, Jesper Juul und Katharina Saalfrank sind das »Familientrio« aus der beliebten Kolumne der Süddeutschen Zeitung. In diesem Buch bieten sie witzige, informative und ungewöhnliche Denkanstöße zu Kindern, Partnerschaft, Freunden und Familie.



Diesen Titel fand ich einfach klasse. Auch, wenn es mich an meinen eigenen Hamster erinnerte, der vor einigen Jahren selbst den Löffel abgegeben hatte.

Beeindruckt hat mich auch der Stand von Coppenrath, wo mir besonders das Buch "Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt" ins Auge gestochen ist. Seht selbst: 


Kurze Angaben zum Buch:
ISBN: 978-3-649-61942-0
Klappentext: Der 11-jährige Archer will die Welt erforschen, vom Dschungel bis zur Wüste – genau wie seine Großeltern! Doch die verschwanden vor zwei Jahren spurlos bei einer Expedition am Südpol. Seitdem lassen Archers Eltern ihn kaum noch vor die Tür. Schluss mit der Entdecker-Tradition! Doch als eines Tages ein einäugiger Kapitän vor Archers Tür auftaucht und ihm einen Haufen Koffer mit Reiseaufzeichnungen übergibt, steht für Archer fest: Er muss zum Südpol reisen und seine Großeltern finden! Ein neuer Schatz in der Kinderliteratur und eine Hommage an die Kraft der Fantasie. Genial erdacht und oppulent illustriert von Nicholas Gannon.



Nachdem ich in Halle 3 alle tollen Stände abgeklappert hatte, bin ich im Forum zuerst in die Ausstellungshalle des Gastlandes Flandern und Niederlande gegangen. Ich bin jedes Jahr aufs Neue fasziniert von den Ideen, die das jeweilige Gastland umsetzt. Die Leinwände mit der Nordsee und die tollen Backsteine auf dem Boden haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Und wer ganz genau hingehört hat, der konnte dank der Backsteine sogar das Meer rauschen hören. Dieses Geräusch war absolut spannend. Ich habe mich einfach in die Mitte des Raumes gestellt, die Augen geschlossen und den Menschen zugehört, wie sie über die Steine gelaufen sind. Ein wahnsinnig tolles Geräusch.


Nach einer kleinen Verschnaufpause im ARD Forumscafé bin ich dann zur ARD Bühne gegangen, um mir unter anderem Tobi Kämmerer im Interview mit Miroslav Nemec anzusehen. Ich muss gestehen, als Tatort-Kommissar mag ich ihn gerne, aber ich bezweifle, dass ich sein Buch lesen werde. Mich schreckt alleine das Cover schon sehr ab. "Die Toten von der Falkneralm" aus dem KNAUS Verlag:


Kurze Angaben zum Buch:
ISBN: 978-3-8135-0702-7
Klappentext: Miroslav Nemec, den viele als Ivo Batic aus dem Münchner „Tatort“ kennen, soll bei einem „Mörderischen Wochenende“ aus einem Krimi lesen und über „Mord in Fiktion und Wirklichkeit“ diskutieren. Und so fährt er an einem Freitag im August in das Berghotel „Falkneralm“, zu dem nur eine einsame Steilbahn führt. Doch das Wochenende wird alles andere als erfreulich: Nicht nur kommt ein gewaltiger Gewittersturm auf, plötzlich kommen nacheinander auch drei Gäste zu Tode. Unfall oder Mord? Eine Verkettung unglücklicher Umstände, wie die Berchtesgadener Polizei meint. Doch Nemec und ein anderer Gast, die Polizeimeisterin Bergending aus Augsburg, beginnen zu zweifeln, ob wirklich alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Und so muss der Kommissardarsteller Nemec selbst zum Ermittler werden und der Gefahr ins Auge blicken, sich so richtig lächerlich zu machen.





Ich muss dazu sagen, mein Handy macht wirklich schlechte Bilder, also nicht wundern, wenn man die Personen nicht sonderlich gut erkennt.

Im Anschluss kam Denis Scheck auf die Bühne und hat Carolin Emcke, die Gewinnerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2016 interviewt. Ihr Buch und vor allem ihr Statement haben mich tief beeindruckt und ich denke, ich werde mir "Gegen den Hass" vom Fischer Verlag in der nächsten Zeit mal etwas genauer ansehen. 


Kurze Angaben zum Buch:
ISBN: 978-3-10-397231-3
Klappentext: Carolin Emcke, eine der wichtigsten Intellektuellen der Gegenwart, äußert sich in ihrem engagierten Essay ›Gegen den Hass‹ zu den großen Themen unserer Zeit: Rassismus, Fanatismus, Demokratiefeindlichkeit. In der zunehmend polarisierten, fragmentierten Öffentlichkeit dominiert vor allem jenes Denken, das Zweifel nur an den Positionen der anderen, aber nicht an den eigenen zulässt. Diesem dogmatischen Denken, das keine Schattierungen berücksichtigt, setzt Carolin Emcke ein Lob des Vielstimmigen, des »Unreinen« entgegen — weil so die Freiheit des Individuellen und auch Abweichenden zu schützen ist. Allein mit dem Mut, dem Hass zu widersprechen, und der Lust, die Pluralität auszuhalten und zu verhandeln, lässt sich Demokratie verwirklichen. Nur so können wir den religiösen und nationalistischen Fanatikern erfolgreich begegnen, weil Differenzierung und Genauigkeit das sind, was sie am meisten ablehnen.
Für alle, die überzeugende Argumente und Denkanstöße suchen, um eine humanistische Haltung und eine offene Gesellschaft zu verteidigen.




Auch den Held meiner Kindheit habe ich wieder entdeckt, wie die Jahre zuvor schon. Letztes Jahr sogar mit Autogramm. Tata! Da ist er:


Oliver Rohrbeck, besser bekannt als Justus Jonas bei den drei Fragezeichen. Deren Stimmen könnte ich ja stundenlang zuhören. Ich glaube, Oliver Rohrbeck könnte mir das Telefonbuch vorlesen und ich wäre trotzdem hin und weg.

Jetzt aber weiter im Tagesgeschehen. Und natürlich zum Haupt-Act, weswegen ich den beschwerlichen Weg aus dem fernen Nordhessen in die Rhein-Main-Metropole überhaupt gewagt hatte. Sebastian Fitzek. Der Mann meiner schlaflosen Nächte (weil er verdammt gruselige Szenarien auf Papier bringt).


Sein neues Buch ist genau heute, drei Tage nach der Buchmesse, bei Droemer Knaur erschienen und ich habe es mir soeben bestellt, damit ich es ganz bald in Händen halten kann. 

Kurze Angaben zum Buch:
ISBN: 978-3-426-19920-6
Klappentext: Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.
Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.
Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt ...



Resümee eines Tages auf der FBM16:
Alles in allem ein toller Tag mit jeder Menge Input, allerdings nicht ganz so spektakulär, wie die Jahre zuvor. Aber auch nächstes Jahr werde ich mich wieder auf den Weg nach Frankfurt machen, weil ich mich zwischen all den Büchern einfach immer wieder unglaublich wohlfühle.


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