Samstag, 17. Juni 2017

[Rezension] Andreas Föhr - Schwarzwasser

Andreas Föhr - Schwarzwasser


Mein Dankeschön geht an LovelyBooks und Argon Hörbuch Verlag für das Zurverfügungstellen dieses Hörbuchs.






Angaben zum Hörbuch:
Titel: Schwarzwasser
Autor: Andreas Föhr
Sprecher: Michael Schwarzmaier
ISBN: 978-3-8398-1530-4
Erscheinungsdatum: Juni 2017
Preis: 19,95 EUR
Verlag: Argon Hörbuch


"Ein Haus ohne Bibliothek ist wie ein Kuhstall."


Inhalt:
Polizeiobermeister Kreuthner will zum Faschingsball in der Mangfall-Mühle. Da er leider seinen Führerschein abgeben musste, lässt er sich, zusammen mit ein paar leicht bekleideten Damen in Glitzerkostümen, von Opa Manfred zum Faschingsball kutschieren. Doch Opa Manfred – im Kostüm des Gevatters Tod – ist nicht mehr der Jüngste und weder orientierungssicher noch wirklich fahrtauglich. Er kutschiert die Truppe in den Graben. Irgendwo in der oberbayerischen Pampa machen sich die wild verkleideten Gestalten auf die Suche nach Hilfe. In einem abgelegenen Haus öffnet ihnen schließlich eine Frau mit einem Messer in der Hand die Tür. Hinter ihr liegt die Leiche eines Mannes. Lara Evers steht unter Schock und weiß nicht mehr, was passiert ist. Auch sonst scheint niemand den Toten zu kennen …

(6 CDs, Laufzeit: ca. 7h)


Autor:
Andreas Föhr, Jahrgang 1958, gelernter Jurist, verfasst seit 1991 erfolgreich Drehbücher für das Fernsehen. Unter anderem schrieb er zusammen mit Thomas Letocha für SOKO 5113, Ein Fall für zwei und Der Bulle von Tölz. Mit seinen Wallner-Krimis war Föhr zuletzt monatelang unter den Top 10 der Spiegel-Bestsellerliste zu finden.


Sprecher:
Michael Schwarzmaier ist ein beliebter Fernseh- und Theaterschauspieler und ein vielbeschäftigter Hörbuchsprecher. Seine markante Stimme und sein Sinn für Komik und Spannung machen ihn zur idealen Besetzung für die Romane von Andreas Föhr.

Quelle: Argon Hörbuch


Meine Meinung:
Dies ist mein erstes Buch/Hörbuch des Autors Andreas Föhr. Ich habe schon einiges von Freunden erzählt bekommen über seine Art des Kriminalromans und war einfach neugierig, ob er mir zusagen könnte.

Kommissar Wallner und Polizeiobermeister Kreuthner finden die Leiche eines alten Mannes. Klaus Wartberg. Doch was steckt hinter seinem Tod?

Die Story hat einige gute Wendungen, aber die Spannung leidet sehr unter den vielen Erklärungen zwischendurch.


Schreibstil/Vortragsweise:
Durch zwei verschiedene Zeitebenen (1996 + 2016) versucht der Autor die Spannung etwas zu steigern, was ihm leider meist nur kurz gelingt. Ab und zu verliert man zu Beginn den Überblick in welchem Jahr die Geschichte gerade spielt und wer wer ist. Das bessert sich aber im Laufe der Zeit, da man die Figuren kennenlernt und auseinander halten kann.

Der Sprecher Michael Schwarzmaier macht seine Sache wirklich gut. Er verleiht den Figuren Leben und lässt sie durch die Dialekte sehr authentisch wirken. Wirklich klasse!


Charaktere:
Die Figuren sind glaubhaft und gerade der kauzige Kreuthner wächst dem Hörer (Leser) ans Herz. Leider hat man aber das Gefühl nicht ganz zu wissen, wie Wallner und Kreuthner zueinander stehen, wenn man die Vorgänger-Bände nicht kennt.

Der Nebenstrang mit der familiären Situation von Wallner wirkt eher überflüssig und hätte getrost weggelassen werden können. Diese Geschichte hat bloß Seiten gefüllt und die Spannung herausgenommen. 

Mein Fazit:
Eine gut überlegte Idee mit Witz und Humor, die durch zu viele Erklärungen und Wallners persönliche Geschichte sehr an Spannung eingebüßt hat. Ein echter Pluspunkt ist der Sprecher, der die Figuren zum Leben erweckt.

Für mich hat es leider nur 3 von 5 Sternen verdient, da es zu viele Flauten für einen Kriminalroman gibt. 


Bewertung:  3 von 5 Sternen

Montag, 5. Juni 2017

[Rezension] Jeffrey Archer - Die Wege der Macht

Jeffrey Archer - Im Schatten unserer Wünsche


Mein Dankeschön geht an das Bloggerportal und Random House Audio für das Zurverfügungstellen dieses wunderbaren Hörbuchs.




Angaben zum Hörbuch:
Titel: Die Wege der Macht
Autor: Jeffrey Archer
Sprecher: Erich Räuker
ISBN: 978-3-8371-3757-6
Erscheinungsdatum: April 2017
Preis: 14,99 EUR
Verlag: Random House Audio


Inhalt:
Harry Clifton erfährt bei einem Besuch in New York, dass der mit ihm befreundete Schriftsteller Anatol Babakow in Sibirien gefangen gehalten wird. Harry will alles tun, um Babakow zu helfen – und bringt sich damit in tödliche Gefahr. Währenddessen schlägt für seine Frau Emma, die der Barrington Schifffahrtsgesellschaft vorsteht, die schwerste Stunde …

Erich Räukers tiefe Erzählerstimme lässt das Familien-Epos lebendig werden.

(2 MP3-CDs, Laufzeit: ca. 12h 17)


Autor:
Jeffrey Archer, geboren 1940 in London, verbrachte seine Kindheit in Weston-super-Mare und studierte in Oxford. Archer schlug eine bewegte Politiker-Karriere ein, die bis 2003 andauerte. Weltberühmt wurde er als Schriftsteller. Archer verfasste zahlreiche Bestseller und zählt heute zu den erfolgreichsten Autoren Englands. Sein historisches Familienepos »Die Clifton-Saga« stürmt auch die deutschen Bestsellerlisten und begeistert eine stetig wachsende Leserschar. Archer ist verheiratet, hat zwei Söhne und lebt in London und Cambridge.


Sprecher:
Der gefragte Sprecher Erich Räuker synchronisiert u. a. Saul Berenson in der Serie Homeland oder Robert Crawley in Downton Abbey und ist die klangvolle Erzählerstimme der Clifton-Saga.

Ich sollte wohl auch darauf hinweisen, dass es sich um eine Fortsetzung handelt und die Rezension Spoiler enthalten kann, auch wenn ich mich bemühe sie außen vor zu lassen.

Quelle: Random House Audio


Meine Meinung:
Jeffrey Archer, der Meister des Cliffhangers. Mittlerweile, nach fünf Bänden, ist man es von Jeffrey Archer ja schon gewohnt. Und so hat er auch Band 5 mit einem spannenden und offenen Ende versehen, sodass man gar nicht anders kann, als ungeduldig auf Band sechs zu warten. 
Auch dieser Band beginnt wieder mit der Auflösung des letzten Cliffhangers und das ist wirklich spannend. Allerdings ist die Auflösung teilweise etwas zu fantastisch, denn Harry rettet durch seine "Intuition" vielen das Leben, was nicht gerade glaubwürdig daherkommt.
Der Mittelteil ist dieses Mal leider sehr schwach, da sich viele Geschehnisse wiederholen, die man bereits aus den ersten vier Bänden kennt. Da ich die Reihe als Hörbücher höre, wirken diese Stellen wie Flashbacks und ich höre nur noch mit halbem Ohr hin, da ich glaube die Story bereits zu kennen. Erst zum Ende hin schafft es Archer wieder einen Spannungsbogen aufzubauen.


Schreibstil/Vortragsweise:
Im gewohnten Stil, nach Personen und chronologisch aufgebaut, erzählt Archer von den Jahren 1964-1970. Allerdings nicht ganz so deutlich differenziert, als in den Vorgängerbänden.

Zu Erich Räuker sei bloß zu sagen: er macht seine Sache top.


Charaktere:
Die Hauptcharaktere werden wieder in den Fokus gesetzt. Allerdings mit wenig neuen Ideen. Vieles wiederholt sich und selbst die Gegenspieler sind nicht neu. Wo mir Lady Virginia in Band vier noch als Bösewicht gefallen hat, finde ich sie mittlerweile nur noch flach und langweilig, weil ihrer Figur die Würze fehlt.


Mein Fazit:
Da sich viele Situationen und Ereignisse so oder so ähnlich wiederholen, fehlt mir die rechte Spannung dahinter. Ich hatte das Gefühl, Jeffrey Archer wollte damit bloß Seiten schinden, um auf seine sieben Bände Gesamtumfang zu kommen.
Erst das Ende hat wieder etwas Spannung gebracht und Lust auf Band sechs gemacht.
Aus dem Grund gebe ich 3 von 5 Sternen, sonst hätte ich nur 2 gegeben.


Bewertung:  3 von 5 Sternen

Sonntag, 4. Juni 2017

[Rezension] Philip Sington - Das Einstein-Mädchen

Philip Sington - Das Einstein-Mädchen



Angaben zum Buch:
Titel: Das Einstein-Mädchen
Autorin: Philip Sington
ISBN: 978-3-423-21399-8
Erscheinungsdatum: Oktober 2012
Preis: 9,95 EUR
Verlag: dtv

"Ein Buch entsteht im Geist des Lesers, so wie die Melodie im Geist des Zuhörers entsteht."


Inhalt:
Welche Wahrheit ist gültig?

Berlin 1932. Eine junge Frau wird im Wald bei Caputh bewusstlos aufgefunden und in die Charité eingeliefert. Als sie aus dem Koma erwacht, kann sie sich an nichts erinnern, nicht einmal an ihren Namen. Bei ihr findet man nur einen Programmzettel von einem Vortrag Albert Einsteins. Martin Kirsch, der zuständige Psychiater, ist fasziniert von diesem ungewöhnlichen Fall – und von seiner Patientin. Wer ist diese Frau? Gibt es eine Verbindung zu Einstein? Seine Nachforschungen führen ihn nach Zürich und bis nach Serbien. Währenddessen ergreifen in Deutschland die Nazis die Macht ...


Autor:
Philip Sington studierte Geschichte in Cambridge und arbeitete als Journalist und Magazinherausgeber, Drehbuch- und Theaterautor. Er lebt mit seiner Familie in London.

Quelle: dtv Verlag

Meine Meinung:
Nach längerer Zeit habe ich mich mal wieder an einen Roman herangetraut, der in der NS-Zeit spielt. Leider konnte er mich nicht so recht überzeugen.
Das Thema ist bestürzend. Die Atmosphäre, die damals geherrscht haben musste, spürt der Leser förmlich. Die Bücherverbrennung, die Gewalt gegenüber Minderheiten.
In dieser Zeit ist Dr. Martin Kirsch, ein ehemaliger Chirurg, Arzt an der Berliner Charité auf der psychiatrischen Station. Der Leser wird Zeuge von Experimenten an Patienten und dem Erlass des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses".
Die Idee hinter dem Roman ist wirklich gut, doch leider hat er immer wieder Längen und plätschert ab ca. S. 250 nur noch so dahin.

Schreibstil:
Die Atmosphäre zu Beginn ist grandios. Der Leser ist gleich mittendrin und die Angst und Fassungslosigkeit ist spürbar. Doch leider hält diese Stimmung nicht an. Sie tritt ab der Mitte des Buchs sehr in den Hintergrund und die Spannung kommt leider auch nicht wieder.

Charaktere:
Kirsch ist die einzige wirklich glaubhafte Figur. Der Protagonist hat Tiefgang und man fühlt mit ihm. Leider sind die anderen eher oberflächlich und der Leser wird nicht warm mit ihnen. Gerade über Einstein erfährt man eher wenig (wenn von ihm gesprochen wird, dann zumeist über seine Forschungen). Die eigentlichen Zusammenhänge von Einstein und seiner Familie habe ich mir bei Wikipedia erschlossen. Danach war vieles verständlicher.

Mein Fazit:
Die Idee ist wirklich toll, die Umsetzung hat leider nicht geklappt. Teilweise zu viele Infos über die Forschungsgebiete Einsteins, die das Buch langatmig machen und die Spannung nehmen.

Und dann muss ich sagen, gab es im Buch extrem viele Rechtschreibfehler. Über die stolpert man beim Lesen leider oft.

Der Autor hätte aus der Story einfach mehr machen können. Von mir gibt es 2 von 5 Sternen, weil mir die Spannung komplett gefehlt hat.


Bewertung:  2 von 5 Sternen

Donnerstag, 1. Juni 2017

[Neuzugänge] Mai 2017

Pablo, Bücher und lecker Zitronenwässerchen

Wie die Zeit vergeht. Jetzt ist schon Juni und draußen ist es so herrlich, dass ich eigentlich gar nicht in der Bude sitzen mag, um zu zeigen, was es letzten Monat in mein Bücherregal geschafft hat. Aber da ich mich momentan ja sowieso schon viel zu wenig melde, gibt es hier ein kurzes Lebenszeichen von mir und Pablo ...


... der gemütlich in seinem Körbchen liegt und den Schatten gerade wirklich sehr zu schätzen weiß.

Hier sind also meine Neuzugänge für diesen Monat:


Ich habe mir von Gabriella Engelmann "Inselzauber" gegönnt. Einfach mal wieder was Leichtes für die warmen Sommertage. Und von meiner Schwiegergroßmutter in spe habe ich Ian McEwan "Erste Liebe - Letzte Riten" und Rainer M. Schröder "Abby Lynn - Verraten und verfolgt" erhalten. Ich bin auf alle drei Bücher sehr gespannt und schlürfe jetzt entspannt mein Zitronenwässerchen und lese weiter Philip Sington "Das Einsteinmädchen". Damit ich es ganz bald hier besprechen kann. Ich wünsche bis dahin allen eine wunderbare Zeit.

Donnerstag, 18. Mai 2017

[Fragen rund um Bücher] Was liest du?

Was liest du? - Ein Fragebogen von Tobi und seinem Literaturblog Lesestunden





Durch Zufall bin ich über den Fragebogen gestolpert und nun will ich ihn mal ausfüllen. Viel Spaß beim Lesen und vielleicht sogar mit neuen Leseideen. Wenn ihr ebenfalls diese tollen Fragen beantworten wollt oder auch einfach mal so bei Tobi vorbeischauen wollt, dann könnt ihr das über den folgenden Link tun: Lesestunden.




Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

Mein absolutes Lieblingsbuch, was mich seit vielen Jahren begleitet und ich nicht mehr missen möchte ist:
Jostein Gaarder - Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort
Ich liebe alle Bücher von Jostein Gaarder, aber dieses ist mein absoluter Favorit. Auch wenn es ein sehr trauriges Buch ist.


Welche fünf Bücher sind deine absoluten Lieblingsbücher?

Da ich mein absolutes Lieblingsbuch bereits genannt habe, werde ich 5 andere auflisten:
Stephen King - Christine
Kathrine Kressmann Taylor - Adressat unbekannt
Friedrich Christian Delius - Der Königsmacher
Sebastian Fitzek - Die Therapie
Clélie Avit - Ich kenne dich aus meinen Träumen


Welche Neuerscheinungen erwartest du sehnsüchtigst?

Tanja Kinkel - Grimms Morde


Welche fünf Bücher sind schon am längsten auf deinem Stapel ungelesener Bücher?

Wolfgang Hohlbein - Das Buch
Henri Loevenbruck - Das verschollene Pergament
Thomas Mann - Der Zauberberg
Simon Toyne - Sanctus
Marianne Fredriksson - Sintflut


Welche fünf Bücher von deinem Stapel ungelesener Bücher wirst du als nächstes lesen?

Jutta Oltmanns - Die Dufthändlerin
Simon Toyne - Sanctus
Jörg Kastner - Die Farbe Blau
Wilkie Collins - Jezebels Tochter
Anke Cibach - Der Tote vom Leuchtturm



Welches Buch hat die schönste und bewegendste Liebesgeschichte?

Laila El Omari - Das Elfenbeinzimmer



Welche Fantasy Reihe ist dein Favorit?

Wolfgang Hohlbein - Märchenmond-Reihe



Welches Buch von welchen Autoren/welcher Reihe sollte endlich geschrieben werden?

Schwierige Frage. Es gibt schon so viele wunderbare Bücher. Vielleicht einen Psychothriller, der in einer Bibliothek spielt (falls es den noch nicht gibt).



Was ist das anspruchvollste Buch, dass du jemals gelesen hast?

Mal abgesehen von den mittelhochdeutschen Epen im Studium, würde ich sagen: Christoph Ransmayr - Die letzte Welt



Welches Buch fandst du am aller schrecklichsten?

Marlene Streeruwitz - Nachwelt (ich komme mit ihrem Schreibstil einfach nicht klar)



Welches Buch würdest du gerne einmal lesen, aber wagst dich noch nicht ran?

J.R.R. Tolkien - Herr der Ringe



Was ist das spannendste Buch, das du je gelesen hast?

Tess Gerritsen - Die Chirurgin



Welches Buch hat dich am meisten aufgerührt?

Dave Pelzer - Sie nannten mich ES



Was ist das beste Sachbuch in deinem Schrank?

Bernhard Hoecker - Hoeckers Entdeckungen: Ein merkwürdiges Bilderbuch längst vergessener Orte



Was ist dein schönstes Buch in deinem Schrank?

Das sind zwei. Schneewittchen mit Zeichnungen von Benjamin Lacombe (unfassbar toller Künstler) und Der Wind in den Weiden von Kenneth Grahame illustriert von Eric Kincaid.



Was ist das älteste Buch, das du je gelesen hast?

Wieder mal das Studium außen vor gelassen, würde ich sagen Vom Winde verweht von Margaret Mitchell in einer deutschen Erstauflage noch in Frakturschrift von 1937.



Welches Buch hat dich so richtig geärgert?

Charlotte Roche - Feuchtgebiete (selten so einen Mist gelesen)


Was ist dein liebster Klassiker?

Jane Eyre von Charlotte Bronte


Was ist dein absoluter Favorit unter den Kinderbüchern?

Das Märchen vom Schlaraffenland (aber ich weiß nicht mehr von wem es damals war, habe ich immer aus der Bücherrei ausgeliehen als Kind) und natürlich Ronja Räubertochter von Astrid Lindgren


Was ist der schönste Bildband in deinem Regal?

Das Reich des Grauens. Die Welt des Edgar Allan Poe in Bildern und Texten. Von Simon Marsden


Welche Bücher sind ganz oben auf deiner Wunschliste?

Tanja Hanika - Zwietracht - Mörderische Freundschaft
Sebastian Fitzek - Achtnacht
Graham Moore - Die letzten Tage der Nacht
Ira Levin - Rosemarys Baby



Wer ist dein absoluter Lieblingsautor?

Jostein Gaarder


Welchen Autoren findest du am faszinierendsten?

Stephen King, Sebastian Fitzek


Welches Buch hat dein Denken am stärksten beeinflusst?

Sofies Welt von Jostein Gaarder


Wenn ein guter Freund/gute Freundin krank im Bett liegt, welches Buch empfiehlst du?

Das kommt natürlich auf den Lesegeschmack des Freundes an, aber ich denke Schwarze Federn von Nina Malik ist ein ganz gutes Buch, um Langeweile zu vertreiben.


Zu welchem Buch greifst du, wenn du Liebeskummer hast und dich trösten willst?

Conni Lubek - Anleitung zum Entlieben (ein total tolles Buch)


Welches Buch hatte das schönste Setting?

Anne Sanders - Sommer in St. Ives


Aus welchem Buch hast du am meisten für dich mitgenommen?

Dave Eggers - Der Circle


Welches Buch konnte dich sprachlich am meisten begeistern?

Ulla Scheler - Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen


Welche Romanfigur konnte dich am meisten begeistern?

Die Julia aus Mariana von Susanna Kearsley.


Was ist dein teuerstes Buch im Regal?

Günter Grass - Grimms Wörter. Eine Liebeserklärung für 29,80 EUR (mit seiner Original Unterschrift, da ich ihn damals an der Uni treffen durfte, daher sicher mittlerweile mehr wert).


Welche Bücher hast du am öftesten erneut gelesen?

Die drei Fragezeichen


Was war dein erstes Buch, das du je gelesen hast und an das du dich erinnern kannst?

Murmeline und Murmel von Rosemarie Künzler-Behncke (ein Schneider Buch Großdruck zum Lesen lernen 1990).


Du machst Urlaub in einem einsamen Haus am Meer. Welche Bücher nimmst du mit?

So viele ich tragen kann bzw. meinen E-Reader und eine Solarzelle zum Aufladen des E-Readers.


Welche Bücher kannst du Schriftstellern empfehlen?

Die Bücher von James N. Frey. Er hat unter anderem geschrieben "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt". Darin erklärt er die wichtigsten Eckdaten dafür und ich finde ihn wirklich gut.


Welches Buch hast du am grausamsten oder erschreckendsten empfunden?

The Green Mile (ich kann mit dem elektrischen Stuhl gedanklich nicht umgehen, das bereitet mir extreme Albträume und das wochenlang).


Welche Reihe an Büchern kaufst du alle ausnahmslos und sammelst du?

Alle Bücher von Jostein Gaarder.


Von welchem Autoren hast du am meisten Bücher im Schrank stehen?

Ebenfalls von Jostein Gaarder. Obwohl, mittlerweile könnte es auch Günter Grass sein.


Welches Buch sollte ich wirklich wirklich wirklich unbedingt lesen?

Der Wind in den Weiden von Kenneth Grahame.

Sonntag, 30. April 2017

[Neuzugänge] April 2017

Neuzugänge im April


Es haben sich wieder zwei neue Bücher und ein neues Hörbuch ins Regal geschlichen.  Ich habe vom Bloggerportal  den neusten Band von Jeffrey Archers Clifton Saga als Hörbuch bekommen "Die Wege der Macht". Und dann hat meine Nachbarin ihr Regal ausgeräumt und mir einen Håkan Nesser und einen John Grisham vorbei gebracht. Daher sage ich heute nicht nur dem Bloggerportal danke, sondern auch meiner netten Nachbarin für den Lesenachschub. =)







Sonntag, 23. April 2017

[Rezension] Eva-Maria Silber - Niemandsmädchen

Eva-Maria Silber - Niemandsmädchen


Mein Dankeschön geht an die Autorin und Midnight by Ullstein für das Zurverfügungstellen dieses spannenden E-Books.




Angaben zum E-Book:
Titel: Niemandsmädchen
Autorin: Eva-Maria Silber
ISBN: 978-3-95819-090-0
Erscheinungsdatum: Oktober 2016
Preis: 3,99 EUR
Verlag: Midnight by Ullstein


Inhalt:
Eine neue Kommissarin ermittelt in Ostfriesland – Der erste Fall für Hannah Adams.

Als Schwester Melanie das Krankenzimmer betritt und der jungen Mutter ihr Neugeborenes überreicht, blickt diese sie nur aus leeren Augen entsetzt an. Kurz darauf sind Mutter und Kind wie vom Erdboden verschluckt. Kriminalkommissarin Hannah Adams macht sich auf die Suche nach den beiden. Unterstützt wird sie dabei von der engagierten Staatsanwältin Leyla Zapatka. Fast zeitgleich kollabieren im ostfriesischen Etzel drei Erdgaskavernen. Während die Bevölkerung im Umkreis der Katastrophe evakuiert wird, versuchen die beiden Frauen, das Baby zu retten – vor seiner eigenen Mutter.


Autorin:
Eva-Maria Silber, geboren 1959 in Friedlos bei Bad Hersfeld, studierte in Gießen Jura und arbeitete als Rechtsanwältin und Strafverteidigerin im Großraum Frankfurt am Main, bevor sie 2010 ihren Beruf wegen hochgradiger Schwerhörigkeit aufgeben musste. Nach zwanzig Jahren Pendeln zwischen ihrem Wirkensort und Ostfriesland, lebt sie jetzt endlich mit ihrem Mann an der Nordseeküste in Funnix bei Wittmund, sechs Kilometer vom Meer entfernt. Seit sie nicht mehr ihrem Beruf nachgehen kann, schreibt sie Krimis und Thriller. Ihr Debüt-Roman »Endstation A4« erschien 2014, weitere Veröffentlichungen folgten. 2016 belegte sie den zweiten Platz bei einem Kurzgeschichtenwettbewerb des Chiliverlages.

Quelle: Midnight by Ullstein


Meine Meinung:
Die Autorin Eva-Maria Silber bat mich bereits Anfang Januar, ihr neuestes Buch "Niemandsmädchen", erschienen bei Midnight by Ullstein, zu rezensieren. Da mich das Genre ansprach und der Klappentext jede Menge Spannung versprach, sagte ich damals zu, mit dem Hinweis, dass es wohl April werden würde, bis ich es lesen könnte. 
Nun, der April ist schon bald wieder um und ich habe es endlich geschafft, das E-Book zu lesen. Und ich muss gleich sagen, ich konnte es kaum noch aus der Hand legen. Auch wenn ich nur schwer nachvollziehen kann, wie es soweit kommen kann, dass eine Mutter ihr Neugeborenes nicht liebt, sondern es loswerden will, war der Krimi doch fesselnd bis zum Schluss.
Allerdings fand ich es schade, dass die Story über das Gasleck in einer Gasbetriebsanlage nicht wirklich mit der Geschichte des Babys verwoben wurde. Es lief beides parallel, aber dadurch hätte man die Gasleck-Story auch einfach weglassen können.


Schreibstil:
Aus wechselnden Perspektiven wird von den verschiedenen weiblichen Figuren berichtet. Der Leser erhält dadurch einen Rundumblick und ist den Figuren immer eine Schritt voraus.


Charaktere:
Leyla Zapatka, die junge Staatsanwältin, ist eine tolle Figur. Sie zeigt Menschlichkeit, Schwäche, aber auch extreme Stärke, wenn es drauf ankommt. Adams ist der weibliche Rambo und grober Klotz. Sie ist lange eher unsympathisch, wird am Ende aber dann doch noch etwas weicher.

Die Antagonistin ist ein fast unmenschlich gezeichnetes Wesen und für normal denkende Menschen ist es unbegreiflich, wie eine Mutter so handeln kann.
Die Männer im Krimi haben durchweg negative Charaktere. Sie sind allerdings zumeist Nebenfiguren.


Mein Fazit:
Dieser Krimi widmet sich einem sehr schwierigen Thema und ich muss zugeben, dass mir diese Rezension schwer gefallen ist, weil mir die richtigen Worte fehlen. Dieses Buch wirkt bei mir (die selbst noch keine Kinder hat) bereits nach, aber für frisch gebackene Muttis muss es doch sehr verstörend sein. Daher kann ich jede Mutter verstehen, die diesen Krimi besser nicht lesen will.
Es ist ein sehr Charakter bezogener Kriminalroman, der von den Abgründen und Geheimnissen seiner Figuren lebt.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen, da mir die beiden Handlungstränge nicht gut genug verwoben waren. Außerdem sollte unbedingt noch mal ein Korrektorat durchgeführt werden. Es gab einige Rechtschreib- bzw. Grammatikfehler, die mich beim Lesen zum Stolpern brachten.

Alles in allem ein toller Krimi, den ich allen weiterempfehlen kann, die starke Nerven haben. Er hat wirklich Potential zur Fortsetzung.


Bewertung:  4 von 5 Sternen

Dienstag, 18. April 2017

[Rezension] Tom Kummer - Nina & Tom

Tom Kummer - Nina & Tom



Angaben zum Buch:
Titel: Nina & Tom
Autor: Tom Kummer
ISBN: 978-3-351-05035-1
Erscheinungsdatum: März 2017
Preis: 20,00 EUR
Verlag: Blumenbar by Aufbau Verlag


"Manchmal fühlt es sich an, als würden wir uns das stille Spektakel 'Sterben' wie eine Reality-Show reinziehen."

Inhalt:
Tom liebt Nina.
Nina liebt Tom.
Sie hat nur noch wenige Tage zu leben.

Die größte Liebesgeschichte seit Love Story.

So jemanden wie Nina hat Tom noch nie gesehen: Sie sieht aus wie ein Knabe und hat diesen Gangsterblick, der keine Schwächen zulässt. Er selbst bastelt Feuerbomben und inszeniert Geschichten, die wie die Wahrheit klingen. In Barcelona lernen sie sich kennen, in Berlin experimentieren sie mit Sex, Pop und Drogen, und in L. A. gründen sie eine Familie. Nina & Tom sind das ungleiche Paar, das nur die Extreme kennt. Doch nun, nach dreißig gemeinsamen Jahren, ist Nina krank. Sie wird sterben. Und niemand kann sie davon abhalten, ihre letzten Tage in Freiheit zu verbringen. Ein Buch, wie es nur das Leben schreiben kann.

“’Wir sind Engel der Hölle’, sage ich zu Nina, als wir in der Lufthansa-Maschine die Anden überqueren. Sie legt ihren Arm über meine Schulter. Ich lege meine Finger auf ihre Wange und streiche hinunter bis zum Kinn. Ich sehe, wie ihre Lippen zittern: ‘Tom’, sagt sie, ‘wie wollen wir jetzt weiterleben?’”

Tom Kummer, der »Bad Boy« des deutschen Journalismus, hat der Frau ein Denkmal gesetzt, von der ihn nur der Tod scheiden konnte: ein durch und durch erschütterndes Buch.


Autor:
Tom Kummer, geboren 1961 in Bern, ist ein Schweizer Journalist. Im Jahr 2000 löste er wegen fiktiver Interviews einen Medienskandal aus. Er lebt in Los Angeles und Bern. Er schrieb u.a. Good Morning, Los Angeles. Die tägliche Jagd nach der Wirklichkeit (1996) und den Roman Blow Up (Blumenbar, 2007).

Quelle: Blumenbar by Aufbau Verlag



Meine Meinung:

Wie schreibt man am besten über ein Buch, dass man in keine bekannten Schubladen stecken kann? Und wie fällt die Bewertung aus, wenn man 3/4 des Buches nur schwer ertragen kann?
Dieses Buch war eine echte Herausforderung für mich. Doch am Ende hat sich alle Mühe gelohnt.
Tom Kummer, ein Journalist der besonderen Art, hat seiner Frau Nina ein Denkmal gesetzt. 
Wenn man beachtet, dass besagter Tom Kummer wegen fiktiver Star-Interviews in der Kritik stand, hat es der Aufbau Verlag mit seinem Label "Blumenbar" wohl ganz richtig gemacht, dem Buch den Stempel "Roman" zu verpassen.
Tom erzählt in einer schonungslosen Art und Weise von Ninas Leben und Sterben. Details, die man vom Sterbeprozess vielleicht nicht gewohnt ist. Befremdlich wie stark er sich zu Nina selbst mit Windel sexuell hingezogen fühlt, wie gerne er sie spüren würde. Für Außenstehende nur schwer nachvollziehbar.
Auch das Sterben zum Familienalltag zu machen und die beiden Jungs im Teenageralter im Eltern-/Familienschlafzimmer zu haben, ist eher merkwürdig.
Das Kennenlernen und die Beziehung der beiden ist streckenweise von Provokationen nur so gespickt.
Es ist oft nicht klar, was beide aneinander finden. Ob es nur der Sex ist, was beide verbindet? Der Sex und die Gier nach Grenzerfahrungen.
Es fällt schwer sich auf die Geschichte einzulassen.


Schreibstil:
Es wirkt fast wie Tagebucheinträge mit Zeitsprüngen. Tom Kummer lässt "seinen Tom" in der ICH-Perspektive erzählen, was die Story nahbarer macht. Der Leser fühlt mehr mit. Allerdings sind manche Momente so seltsam und durch diverse Provokationen seitens Nina wird die zarte Nähe zum Leser zerstört.
Ich bin oft an einem Punkt angelangt, wo es mir zu viel wurde und ich das Buch am liebsten weggelegt hätte. Doch die Neugier hat gesiegt.


Charaktere:
Nina und Tom, um sie dreht sich das Buch. Lange sind beide auf ihre eigene Art extrem unsympathisch. Sie provozieren mit Taten und Aussagen und ecken in der Gesellschaft gerne an. Sie brauchen wohl dieses Aufreiben, auch aneinander.
Nina verändert sich, als sie schwanger wird, lässt mehr Gefühle zu und zeigt mehr Menschlichkeit. Bei Tom dauert es etwas länger. Ihn kann man erst im letzten Viertel des Buches so richtig verstehen. Und am Ende hat er mich als Leser tatsächlich überzeugt.


Mein Fazit:
Was eine Berg-und-Tal-Fahrt. Dieses Buch hat lange gebraucht, um mich zu überzeugen. Ich habe mich oft gefragt, was das alles soll, warum ich so etwas lese, wo es doch bloß um den Ego-Trip zweier Menschen geht.
Doch nach und nach hat sich eines zum anderen gefügt und mir ist Tom unglaublich sympathisch geworden.
Das letzte Kapitel ist das "echteste" im ganzen Buch und hat mich einfach mitgenommen.
Der Tod ist immer da, auch wenn wir ihn nicht sehen wollen. Er begleitet uns ein Leben lang.
Ich gebe diesem sehr speziellen Buch 3,5 von 5 Sternen, da es mich am Ende überzeugen konnte.
Und wer weiß, vielleicht hat Tom ja auch dieses Mal eine Portion Fiktion mit in die Story gebracht.
"Wir sind wie erfunden."


Bewertung:  3,5 von 5 Sternen

Samstag, 18. März 2017

[Rezension] H.G. Wells - Die Zeitmaschine

H. G. Wells - Die Zeitmaschine




Angaben zum Buch:
Titel: Die Zeitmaschine
Autor: H. G. Wells
ISBN: 978-3-86820-366-0
Erscheinungsdatum: Januar 2017
Preis: 6,95 EUR
Verlag: Nikol Verlag


"Kann ein Würfel, der keine zeitliche Dauer besitzt, wirklich existieren?"

Inhalt:
H.G. Wells startete seine literarische Karriere mit einer Serie erfolgreicher Science-Fiction-Romane. Die Zeitmaschine war die erste einer Reihe von phantasievollen literarischen Erfindungen. Der im Jahre 1895 veröffentliche Roman schildert die Abenteuer eines hypothetischen Zeitreisenden, der sich in die Zukunft begibt und herausfindet, dass sich die Menschheit in zwei Gattungen weiterentwickelt hat, die friedlichen Eloi und die räuberischen Morlocks. Die mit darwinistischen und marxistischen Theorien untermauerte Erzählung bietet faszinierende Einblicke in die Zukunft der Welt. Der Roman ist eine gelungene Mischung aus Abenteuer und Pseudowissenschaft, der Szenarien beschreibt, die heute durchaus denkbar sind.


Autor:
Herbert George Wells war eine der auffallendsten Figuren der modernen englischen Literatur. Seine visionären Romane und Erzählungen entsprangen einem wissenschaftlichen Geist, der seine Zeitgenossen in der Zeit von Königin Victoria und Edward VII. nicht nur unterhielt, sondern vor allem junge Menschen faszinierte, mit denen sich Wells am meisten identifizierte. Wells, Lehrer, Aktivist, Journalist und Sozialrevolutionär übte Sozialkritik, beschrieb nie dagewesene Technologien und hatte mit der Zeitmaschine auf Anhieb Erfolg.

Quelle: Nikol Verlag und Amazon



Meine Meinung:

Science-Fiction und Dystopien sind normalerweise nichts für mich. Daher stellte dieses Buch für mich eine kleine Herausforderung dar. Warum also sollte ich es trotzdem lesen? Ganz einfach, in meiner Klassiker-Leserunde wurde darüber gesprochen und wir wollten es gemeinsam lesen.
Das Genre hat es mir nicht gerade leicht gemacht, aber da das Buch nur 125 Seiten hat, wollte ich mich durchbeißen.
Die Welt, wie wir sie kennen, verschwindet und H.G. Wells' Zeitreisender versucht uns Lesern zu zeigen, wie es in der Zukunft aussehen kann. Er vergleicht die Hierarchien mit denen der uns bekannten Welt und versucht sich und uns zu erklären, wie es so weit kommen kann.


Schreibstil:
Da ich das Original nicht kenne, kann ich nur von der im Nikol Verlag erschienenen Version sprechen, die sprachlich sehr modern gehalten und daher gut verständlich ist.
Es wird aus der Sicht eines namenlosen Besuchers einer Herrenrunde im Laboratorium des Zeitreisenden berichtet. Der Erzählstil ist die ICH-Perspektive. Im späteren Verlauf allerdings, wird der Bericht des Zeitreisenden aus seiner Sicht geschildert, was am Ende der namenlose Besucher wieder abschließt.
Der Schreibstil ist wirklich gut, man kann sehr gut folgen und es wirkt nicht künstlich aufgebauscht.
Mit dem Aufbau des Textes (dem sogenannten Satz), bin ich nicht wirklich zufrieden. Es werden zu jedem neuen Absatz bei den Berichten des Zeitreisenden neue geöffnete Anführungszeichen gesetzt, doch am Ende fehlen die schließenden. Da der Nikol Verlag leider keinerlei Angaben zur Ausgabe macht, die als Grundlage des gedruckten Buchs benutzt wurde, weiß man natürlich nicht, ob es Eigenwilligkeit des Autors/früheren Setzers war oder schlichtweg Druckfehler. Auch das Ersterscheinungsdatum des Originaltextes fehlt, was eine tolle Zusatzinfo gewesen wäre. Außerdem sind mittendrin einige Bleiwüsten ohne jegliche Absätze zu finden, was das Lesen auf Dauer etwas anstrengend macht.


Charaktere:
Bis auf Filby und Richardson wird keiner der Anwesenden bei der Herrenrunde mit Namen angesprochen. Selbst der Zeitreisende nicht, denn Namen spielen hier überhaupt keine Rolle. Alleine die Erzählungen des Zeitreisenden sind hier wichtig. Er berichtet von der Reise zu den Eloi und der Freundlichkeit, die ihm entgegenkam. Außerdem erzählt er von der Rohheit und Grausamkeit der Morlocks. Und vom Ende der uns bekannten Welt.
Leider werden die Morlocks nur grob beschrieben, während das Augenmerk auf den gutmütigen Eloi liegt. Das nimmt dem Text etwas die Spannung.


Mein Fazit:
Das erste Drittel kommt nur langsam in Schwung. Die Begegnungen mit den Eloi werden sehr ausführlich behandelt. Von den Morlocks hätte ich gerne mehr erfahren. Der Zeitreisende ist schließlich Forscher und hätte sie besser beobachten sollen.
Besonders gut hat mir das letzte Drittel gefallen. Die Beschreibungen, wie die Erde der Sonne immer näher kommt und das Ende somit näher rückt, hat mich beeindruckt. Wenn man bedenkt, wie nahe seine Ausführungen dem Stand und Wissen der heutigen Forschung kommt ist dieses Buch wirklich eine Glanzleistung.
Zum Ende hin habe ich mich so auf das Thema eingelesen, dass ich gerne noch etwas weitergelesen hätte.
Da es zu Beginn aber doch etwas träge war, gibt es von mir 3 von 5 Sternen.


Bewertung:  3 von 5 Sternen

Montag, 13. März 2017

[Rezension] Jonas Winner - Die Zelle

Jonas Winner - Die Zelle



Angaben zum Taschenbuch:
Titel: Die Zelle
Autor: Jonas Winner
ISBN: 978-3-426-51276-0
Erscheinungsdatum: Januar 2016
Preis: 9,99 EUR
Verlag: Knaur Verlag


"Warte, warte nur ein Weilchen ..."


Inhalt:
Sammy ist elf und gerade mit seinen Eltern nach Berlin gezogen. Im Luftschutzbunker der alten Jugendstilvilla, die die Familie im Grunewald bezogen hat, macht er eine verstörende Entdeckung. Ein vollkommen verängstigtes Mädchen, nicht viel älter als er, ist dort unten in einer Zelle eingesperrt, die man mit Gummifolie ausgekleidet hat. Nur durch einen winzigen Schlitz hindurch kann er sie sehen. Am nächsten Tag ist die Zelle leer, das Mädchen verschwunden. Und für Sammy kann es dafür eigentlich nur einen Grund geben: seinen Vater.


Autor:
Jonas Winner, geboren 1966 in Berlin, promovierter Philosoph, arbeitete nach dem Studium in Berlin und Paris als Journalist, Redakteur für das Fernsehen und als Drehbuchautor (ARD, ZDF, Sat.1). Sein Selfpublishing-Bestseller "Berlin Gothic" sorgte im Netz für Furore. 2012 feierte er mit dem Thriller "Der Architekt" einen großen Erfolg, 2014 folgte "Das Gedankenexperiment". Der Autor lebt mit seiner Familie in Berlin.

Quelle: Knaur Verlag



Meine Meinung:

Thriller gibt es jede Menge, auch mit Schauplätzen in Deutschland. Einen Thriller in Berlin anzusiedeln und somit in direkter Konkurrenz zu Größen wie Sebastian Fitzek zu stehen, das traut sich nicht jeder. Jonas Winner ist dieses Wagnis eingegangen und kann sich durchaus mit dem, wie Knaur Verlag ihn nennt, "Meister des Wahns" messen.

Doch was fasziniert uns Menschen eigentlich an dem Dunklen, dem Abgründigen, dem Bösen? Haben wir, die wir diese Art der "Unterhaltung" bevorzugen, eine masochistische Ader in uns? Ist es die Angst, die uns lockt? Oder lieben wir es, wenn dem Bösen durch einen typischen Durchschnittsmenschen das Handwerk gelegt wird?

Es ist sicher nicht in einem Satz zu beantworten, was jeder einzelne von uns Thriller-Lesern dazu bewegt, aber eines ist klar. Wir lieben den Nervenkitzel in sicherer Umgebung. Wir machen uns zu Zuschauern, Mitwissern und können uns doch sicher fühlen. Wir sitzen in unseren gemütlichen und heimeligen vier Wänden und sehen zu, wie die Figuren in der Geschichte ihre Sicherheiten verlieren. Und am Ende klappen wir das Buch zu mit dem Gefühl selbst sicher zu sein und dem Wunsch so etwas nie erleben zu müssen. 

Jonas Winner versteht es, uns Leser in diese Schreckenswelt zu entführen und das alles aus den Augen eines 11-jährigen Jungen zu entdecken.


Schreibstil:
Sam erinnert sich an Geschehnisse in seiner Kindheit, die bereits über 20 Jahre zurückliegen. 
Durch die ICH-Erzählperspektive entsteht zwischen Leser und Hauptfigur sofort eine gewisse Nähe und die Spannung wird bereits im Prolog aufgebaut. Sie zieht sich gekonnt durch das ganze Buch und bricht nie ab.


Charaktere:
Sammy und sein Vater werden spannend und toll beschrieben. Obwohl man das Gefühl hat, beiden nahe zu sein, haben beide doch etwas Geheimnisvolles und man steigt lange nicht ganz hinter ihre Fassaden. Die anderen Charaktere sind eher Beiwerk und werden oft nur flüchtig erwähnt, doch als Mittel zum Zweck vollkommen ausreichend beschrieben.
Da Sammy erst 11 Jahre alt ist, als in seinem Leben einiges durcheinander gerät, wirken seine Taten manchmal eher unglaubwürdig. Er ist für sein Alter etwas zu "erwachsen", was mich persönlich etwas gestört hat.


Mein Fazit:
Eine wirklich spannende und erschreckende Story, die so oder so ähnlich in jeder Nachbarschaft geschehen könnte. Das macht die Spannung in diesem Buch aus.
Allerdings ist der 11-jährige Sammy oft unglaubwürdig erwachsen und deshalb gibt es von mir 4 von 5 Sternen. 
Alles in allem ein spannender Thriller mit Blick in menschliche Abgründe. Das war sicher nicht das letzte Buch von Jonas Winner, das ich gelesen habe.


Bewertung: 4 von 5 Sternen