Samstag, 18. März 2017

[Rezension] H.G. Wells - Die Zeitmaschine

H. G. Wells - Die Zeitmaschine




Angaben zum Buch:
Titel: Die Zeitmaschine
Autor: H. G. Wells
ISBN: 978-3-86820-366-0
Erscheinungsdatum: Januar 2017
Preis: 6,95 EUR
Verlag: Nikol Verlag


"Kann ein Würfel, der keine zeitliche Dauer besitzt, wirklich existieren?"

Inhalt:
H.G. Wells startete seine literarische Karriere mit einer Serie erfolgreicher Science-Fiction-Romane. Die Zeitmaschine war die erste einer Reihe von phantasievollen literarischen Erfindungen. Der im Jahre 1895 veröffentliche Roman schildert die Abenteuer eines hypothetischen Zeitreisenden, der sich in die Zukunft begibt und herausfindet, dass sich die Menschheit in zwei Gattungen weiterentwickelt hat, die friedlichen Eloi und die räuberischen Morlocks. Die mit darwinistischen und marxistischen Theorien untermauerte Erzählung bietet faszinierende Einblicke in die Zukunft der Welt. Der Roman ist eine gelungene Mischung aus Abenteuer und Pseudowissenschaft, der Szenarien beschreibt, die heute durchaus denkbar sind.


Autor:
Herbert George Wells war eine der auffallendsten Figuren der modernen englischen Literatur. Seine visionären Romane und Erzählungen entsprangen einem wissenschaftlichen Geist, der seine Zeitgenossen in der Zeit von Königin Victoria und Edward VII. nicht nur unterhielt, sondern vor allem junge Menschen faszinierte, mit denen sich Wells am meisten identifizierte. Wells, Lehrer, Aktivist, Journalist und Sozialrevolutionär übte Sozialkritik, beschrieb nie dagewesene Technologien und hatte mit der Zeitmaschine auf Anhieb Erfolg.

Quelle: Nikol Verlag und Amazon



Meine Meinung:

Science-Fiction und Dystopien sind normalerweise nichts für mich. Daher stellte dieses Buch für mich eine kleine Herausforderung dar. Warum also sollte ich es trotzdem lesen? Ganz einfach, in meiner Klassiker-Leserunde wurde darüber gesprochen und wir wollten es gemeinsam lesen.
Das Genre hat es mir nicht gerade leicht gemacht, aber da das Buch nur 125 Seiten hat, wollte ich mich durchbeißen.
Die Welt, wie wir sie kennen, verschwindet und H.G. Wells' Zeitreisender versucht uns Lesern zu zeigen, wie es in der Zukunft aussehen kann. Er vergleicht die Hierarchien mit denen der uns bekannten Welt und versucht sich und uns zu erklären, wie es so weit kommen kann.


Schreibstil:
Da ich das Original nicht kenne, kann ich nur von der im Nikol Verlag erschienenen Version sprechen, die sprachlich sehr modern gehalten und daher gut verständlich ist.
Es wird aus der Sicht eines namenlosen Besuchers einer Herrenrunde im Laboratorium des Zeitreisenden berichtet. Der Erzählstil ist die ICH-Perspektive. Im späteren Verlauf allerdings, wird der Bericht des Zeitreisenden aus seiner Sicht geschildert, was am Ende der namenlose Besucher wieder abschließt.
Der Schreibstil ist wirklich gut, man kann sehr gut folgen und es wirkt nicht künstlich aufgebauscht.
Mit dem Aufbau des Textes (dem sogenannten Satz), bin ich nicht wirklich zufrieden. Es werden zu jedem neuen Absatz bei den Berichten des Zeitreisenden neue geöffnete Anführungszeichen gesetzt, doch am Ende fehlen die schließenden. Da der Nikol Verlag leider keinerlei Angaben zur Ausgabe macht, die als Grundlage des gedruckten Buchs benutzt wurde, weiß man natürlich nicht, ob es Eigenwilligkeit des Autors/früheren Setzers war oder schlichtweg Druckfehler. Auch das Ersterscheinungsdatum des Originaltextes fehlt, was eine tolle Zusatzinfo gewesen wäre. Außerdem sind mittendrin einige Bleiwüsten ohne jegliche Absätze zu finden, was das Lesen auf Dauer etwas anstrengend macht.


Charaktere:
Bis auf Filby und Richardson wird keiner der Anwesenden bei der Herrenrunde mit Namen angesprochen. Selbst der Zeitreisende nicht, denn Namen spielen hier überhaupt keine Rolle. Alleine die Erzählungen des Zeitreisenden sind hier wichtig. Er berichtet von der Reise zu den Eloi und der Freundlichkeit, die ihm entgegenkam. Außerdem erzählt er von der Rohheit und Grausamkeit der Morlocks. Und vom Ende der uns bekannten Welt.
Leider werden die Morlocks nur grob beschrieben, während das Augenmerk auf den gutmütigen Eloi liegt. Das nimmt dem Text etwas die Spannung.


Mein Fazit:
Das erste Drittel kommt nur langsam in Schwung. Die Begegnungen mit den Eloi werden sehr ausführlich behandelt. Von den Morlocks hätte ich gerne mehr erfahren. Der Zeitreisende ist schließlich Forscher und hätte sie besser beobachten sollen.
Besonders gut hat mir das letzte Drittel gefallen. Die Beschreibungen, wie die Erde der Sonne immer näher kommt und das Ende somit näher rückt, hat mich beeindruckt. Wenn man bedenkt, wie nahe seine Ausführungen dem Stand und Wissen der heutigen Forschung kommt ist dieses Buch wirklich eine Glanzleistung.
Zum Ende hin habe ich mich so auf das Thema eingelesen, dass ich gerne noch etwas weitergelesen hätte.
Da es zu Beginn aber doch etwas träge war, gibt es von mir 3 von 5 Sternen.


Bewertung:  3 von 5 Sternen

Kommentare:

  1. Hallo Tamara,
    das Buch habe ich damals im Englisch Untericht lesen müssen.
    Mir hat es ganz gut gefallen, war aber ganz froh darüber, dass es doch recht kurz war.
    Liebe Grüße,
    Kathrin

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    1. Liebe Kathrin,

      oh wow, wir haben Edgar A. Poe gelesen. Das fand ich persönlich richtig toll. Hat mich mit der englischen Schauerliteratur vertraut gemacht und die Liebe hält bis heute an (auch wenn ich sie lieber in der deutschen Übersetzung lese, da mein Englisch ganz schön eingerostet ist).

      Liebe Grüße
      Tamara

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  2. Ich mochte das Buch, allerdings bin ich bei dem Genre auch voreingenommen ;
    :D

    Zu den Anführungszeichen: Im Englischen ist es üblich, neue Absätze innerhalb einer wörtlichen Rede mit neuen Anführungszeichen zu beginnen, aber die alten nicht abzuschließen. Mich hat das auch schon immer gestört, aber so scheinen deren Regeln zu sein (vielleicht machen es auch nur die Amerikaner / nur die Engländer so, da die Zeichensetzungsregeln in beiden Versionen auch abweichend sind...)

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    1. Danke dir für deinen Kommentar.

      Okay, dann wollte der Verlag wohl sehr nah am Original bleiben. Denn eigentlich dachte ich, wenn man das Buch auf deutsch übersetzt oder zumindest herausbringt, wandelt man die Zeichensetzung auch ins "Deutsche" um.

      Die Geschichte an sich war auf jeden Fall recht unterhaltsam.


      Liebe Grüße
      von der Leuchtturmwaerterin

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