Sonntag, 30. April 2017

[Neuzugänge] April 2017

Neuzugänge im April


Es haben sich wieder zwei neue Bücher und ein neues Hörbuch ins Regal geschlichen.  Ich habe vom Bloggerportal  den neusten Band von Jeffrey Archers Clifton Saga als Hörbuch bekommen "Die Wege der Macht". Und dann hat meine Nachbarin ihr Regal ausgeräumt und mir einen Håkan Nesser und einen John Grisham vorbei gebracht. Daher sage ich heute nicht nur dem Bloggerportal danke, sondern auch meiner netten Nachbarin für den Lesenachschub. =)







Sonntag, 23. April 2017

[Rezension] Eva-Maria Silber - Niemandsmädchen

Eva-Maria Silber - Niemandsmädchen


Mein Dankeschön geht an die Autorin und Midnight by Ullstein für das Zurverfügungstellen dieses spannenden E-Books.




Angaben zum E-Book:
Titel: Niemandsmädchen
Autorin: Eva-Maria Silber
ISBN: 978-3-95819-090-0
Erscheinungsdatum: Oktober 2016
Preis: 3,99 EUR
Verlag: Midnight by Ullstein


Inhalt:
Eine neue Kommissarin ermittelt in Ostfriesland – Der erste Fall für Hannah Adams.

Als Schwester Melanie das Krankenzimmer betritt und der jungen Mutter ihr Neugeborenes überreicht, blickt diese sie nur aus leeren Augen entsetzt an. Kurz darauf sind Mutter und Kind wie vom Erdboden verschluckt. Kriminalkommissarin Hannah Adams macht sich auf die Suche nach den beiden. Unterstützt wird sie dabei von der engagierten Staatsanwältin Leyla Zapatka. Fast zeitgleich kollabieren im ostfriesischen Etzel drei Erdgaskavernen. Während die Bevölkerung im Umkreis der Katastrophe evakuiert wird, versuchen die beiden Frauen, das Baby zu retten – vor seiner eigenen Mutter.


Autorin:
Eva-Maria Silber, geboren 1959 in Friedlos bei Bad Hersfeld, studierte in Gießen Jura und arbeitete als Rechtsanwältin und Strafverteidigerin im Großraum Frankfurt am Main, bevor sie 2010 ihren Beruf wegen hochgradiger Schwerhörigkeit aufgeben musste. Nach zwanzig Jahren Pendeln zwischen ihrem Wirkensort und Ostfriesland, lebt sie jetzt endlich mit ihrem Mann an der Nordseeküste in Funnix bei Wittmund, sechs Kilometer vom Meer entfernt. Seit sie nicht mehr ihrem Beruf nachgehen kann, schreibt sie Krimis und Thriller. Ihr Debüt-Roman »Endstation A4« erschien 2014, weitere Veröffentlichungen folgten. 2016 belegte sie den zweiten Platz bei einem Kurzgeschichtenwettbewerb des Chiliverlages.

Quelle: Midnight by Ullstein


Meine Meinung:
Die Autorin Eva-Maria Silber bat mich bereits Anfang Januar, ihr neuestes Buch "Niemandsmädchen", erschienen bei Midnight by Ullstein, zu rezensieren. Da mich das Genre ansprach und der Klappentext jede Menge Spannung versprach, sagte ich damals zu, mit dem Hinweis, dass es wohl April werden würde, bis ich es lesen könnte. 
Nun, der April ist schon bald wieder um und ich habe es endlich geschafft, das E-Book zu lesen. Und ich muss gleich sagen, ich konnte es kaum noch aus der Hand legen. Auch wenn ich nur schwer nachvollziehen kann, wie es soweit kommen kann, dass eine Mutter ihr Neugeborenes nicht liebt, sondern es loswerden will, war der Krimi doch fesselnd bis zum Schluss.
Allerdings fand ich es schade, dass die Story über das Gasleck in einer Gasbetriebsanlage nicht wirklich mit der Geschichte des Babys verwoben wurde. Es lief beides parallel, aber dadurch hätte man die Gasleck-Story auch einfach weglassen können.


Schreibstil:
Aus wechselnden Perspektiven wird von den verschiedenen weiblichen Figuren berichtet. Der Leser erhält dadurch einen Rundumblick und ist den Figuren immer eine Schritt voraus.


Charaktere:
Leyla Zapatka, die junge Staatsanwältin, ist eine tolle Figur. Sie zeigt Menschlichkeit, Schwäche, aber auch extreme Stärke, wenn es drauf ankommt. Adams ist der weibliche Rambo und grober Klotz. Sie ist lange eher unsympathisch, wird am Ende aber dann doch noch etwas weicher.

Die Antagonistin ist ein fast unmenschlich gezeichnetes Wesen und für normal denkende Menschen ist es unbegreiflich, wie eine Mutter so handeln kann.
Die Männer im Krimi haben durchweg negative Charaktere. Sie sind allerdings zumeist Nebenfiguren.


Mein Fazit:
Dieser Krimi widmet sich einem sehr schwierigen Thema und ich muss zugeben, dass mir diese Rezension schwer gefallen ist, weil mir die richtigen Worte fehlen. Dieses Buch wirkt bei mir (die selbst noch keine Kinder hat) bereits nach, aber für frisch gebackene Muttis muss es doch sehr verstörend sein. Daher kann ich jede Mutter verstehen, die diesen Krimi besser nicht lesen will.
Es ist ein sehr Charakter bezogener Kriminalroman, der von den Abgründen und Geheimnissen seiner Figuren lebt.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen, da mir die beiden Handlungstränge nicht gut genug verwoben waren. Außerdem sollte unbedingt noch mal ein Korrektorat durchgeführt werden. Es gab einige Rechtschreib- bzw. Grammatikfehler, die mich beim Lesen zum Stolpern brachten.

Alles in allem ein toller Krimi, den ich allen weiterempfehlen kann, die starke Nerven haben. Er hat wirklich Potential zur Fortsetzung.


Bewertung:  4 von 5 Sternen

Dienstag, 18. April 2017

[Rezension] Tom Kummer - Nina & Tom

Tom Kummer - Nina & Tom



Angaben zum Buch:
Titel: Nina & Tom
Autor: Tom Kummer
ISBN: 978-3-351-05035-1
Erscheinungsdatum: März 2017
Preis: 20,00 EUR
Verlag: Blumenbar by Aufbau Verlag


"Manchmal fühlt es sich an, als würden wir uns das stille Spektakel 'Sterben' wie eine Reality-Show reinziehen."

Inhalt:
Tom liebt Nina.
Nina liebt Tom.
Sie hat nur noch wenige Tage zu leben.

Die größte Liebesgeschichte seit Love Story.

So jemanden wie Nina hat Tom noch nie gesehen: Sie sieht aus wie ein Knabe und hat diesen Gangsterblick, der keine Schwächen zulässt. Er selbst bastelt Feuerbomben und inszeniert Geschichten, die wie die Wahrheit klingen. In Barcelona lernen sie sich kennen, in Berlin experimentieren sie mit Sex, Pop und Drogen, und in L. A. gründen sie eine Familie. Nina & Tom sind das ungleiche Paar, das nur die Extreme kennt. Doch nun, nach dreißig gemeinsamen Jahren, ist Nina krank. Sie wird sterben. Und niemand kann sie davon abhalten, ihre letzten Tage in Freiheit zu verbringen. Ein Buch, wie es nur das Leben schreiben kann.

“’Wir sind Engel der Hölle’, sage ich zu Nina, als wir in der Lufthansa-Maschine die Anden überqueren. Sie legt ihren Arm über meine Schulter. Ich lege meine Finger auf ihre Wange und streiche hinunter bis zum Kinn. Ich sehe, wie ihre Lippen zittern: ‘Tom’, sagt sie, ‘wie wollen wir jetzt weiterleben?’”

Tom Kummer, der »Bad Boy« des deutschen Journalismus, hat der Frau ein Denkmal gesetzt, von der ihn nur der Tod scheiden konnte: ein durch und durch erschütterndes Buch.


Autor:
Tom Kummer, geboren 1961 in Bern, ist ein Schweizer Journalist. Im Jahr 2000 löste er wegen fiktiver Interviews einen Medienskandal aus. Er lebt in Los Angeles und Bern. Er schrieb u.a. Good Morning, Los Angeles. Die tägliche Jagd nach der Wirklichkeit (1996) und den Roman Blow Up (Blumenbar, 2007).

Quelle: Blumenbar by Aufbau Verlag



Meine Meinung:

Wie schreibt man am besten über ein Buch, dass man in keine bekannten Schubladen stecken kann? Und wie fällt die Bewertung aus, wenn man 3/4 des Buches nur schwer ertragen kann?
Dieses Buch war eine echte Herausforderung für mich. Doch am Ende hat sich alle Mühe gelohnt.
Tom Kummer, ein Journalist der besonderen Art, hat seiner Frau Nina ein Denkmal gesetzt. 
Wenn man beachtet, dass besagter Tom Kummer wegen fiktiver Star-Interviews in der Kritik stand, hat es der Aufbau Verlag mit seinem Label "Blumenbar" wohl ganz richtig gemacht, dem Buch den Stempel "Roman" zu verpassen.
Tom erzählt in einer schonungslosen Art und Weise von Ninas Leben und Sterben. Details, die man vom Sterbeprozess vielleicht nicht gewohnt ist. Befremdlich wie stark er sich zu Nina selbst mit Windel sexuell hingezogen fühlt, wie gerne er sie spüren würde. Für Außenstehende nur schwer nachvollziehbar.
Auch das Sterben zum Familienalltag zu machen und die beiden Jungs im Teenageralter im Eltern-/Familienschlafzimmer zu haben, ist eher merkwürdig.
Das Kennenlernen und die Beziehung der beiden ist streckenweise von Provokationen nur so gespickt.
Es ist oft nicht klar, was beide aneinander finden. Ob es nur der Sex ist, was beide verbindet? Der Sex und die Gier nach Grenzerfahrungen.
Es fällt schwer sich auf die Geschichte einzulassen.


Schreibstil:
Es wirkt fast wie Tagebucheinträge mit Zeitsprüngen. Tom Kummer lässt "seinen Tom" in der ICH-Perspektive erzählen, was die Story nahbarer macht. Der Leser fühlt mehr mit. Allerdings sind manche Momente so seltsam und durch diverse Provokationen seitens Nina wird die zarte Nähe zum Leser zerstört.
Ich bin oft an einem Punkt angelangt, wo es mir zu viel wurde und ich das Buch am liebsten weggelegt hätte. Doch die Neugier hat gesiegt.


Charaktere:
Nina und Tom, um sie dreht sich das Buch. Lange sind beide auf ihre eigene Art extrem unsympathisch. Sie provozieren mit Taten und Aussagen und ecken in der Gesellschaft gerne an. Sie brauchen wohl dieses Aufreiben, auch aneinander.
Nina verändert sich, als sie schwanger wird, lässt mehr Gefühle zu und zeigt mehr Menschlichkeit. Bei Tom dauert es etwas länger. Ihn kann man erst im letzten Viertel des Buches so richtig verstehen. Und am Ende hat er mich als Leser tatsächlich überzeugt.


Mein Fazit:
Was eine Berg-und-Tal-Fahrt. Dieses Buch hat lange gebraucht, um mich zu überzeugen. Ich habe mich oft gefragt, was das alles soll, warum ich so etwas lese, wo es doch bloß um den Ego-Trip zweier Menschen geht.
Doch nach und nach hat sich eines zum anderen gefügt und mir ist Tom unglaublich sympathisch geworden.
Das letzte Kapitel ist das "echteste" im ganzen Buch und hat mich einfach mitgenommen.
Der Tod ist immer da, auch wenn wir ihn nicht sehen wollen. Er begleitet uns ein Leben lang.
Ich gebe diesem sehr speziellen Buch 3,5 von 5 Sternen, da es mich am Ende überzeugen konnte.
Und wer weiß, vielleicht hat Tom ja auch dieses Mal eine Portion Fiktion mit in die Story gebracht.
"Wir sind wie erfunden."


Bewertung:  3,5 von 5 Sternen