Sonntag, 4. Juni 2017

[Rezension] Philip Sington - Das Einstein-Mädchen

Philip Sington - Das Einstein-Mädchen



Angaben zum Buch:
Titel: Das Einstein-Mädchen
Autorin: Philip Sington
ISBN: 978-3-423-21399-8
Erscheinungsdatum: Oktober 2012
Preis: 9,95 EUR
Verlag: dtv

"Ein Buch entsteht im Geist des Lesers, so wie die Melodie im Geist des Zuhörers entsteht."


Inhalt:
Welche Wahrheit ist gültig?

Berlin 1932. Eine junge Frau wird im Wald bei Caputh bewusstlos aufgefunden und in die Charité eingeliefert. Als sie aus dem Koma erwacht, kann sie sich an nichts erinnern, nicht einmal an ihren Namen. Bei ihr findet man nur einen Programmzettel von einem Vortrag Albert Einsteins. Martin Kirsch, der zuständige Psychiater, ist fasziniert von diesem ungewöhnlichen Fall – und von seiner Patientin. Wer ist diese Frau? Gibt es eine Verbindung zu Einstein? Seine Nachforschungen führen ihn nach Zürich und bis nach Serbien. Währenddessen ergreifen in Deutschland die Nazis die Macht ...


Autor:
Philip Sington studierte Geschichte in Cambridge und arbeitete als Journalist und Magazinherausgeber, Drehbuch- und Theaterautor. Er lebt mit seiner Familie in London.

Quelle: dtv Verlag

Meine Meinung:
Nach längerer Zeit habe ich mich mal wieder an einen Roman herangetraut, der in der NS-Zeit spielt. Leider konnte er mich nicht so recht überzeugen.
Das Thema ist bestürzend. Die Atmosphäre, die damals geherrscht haben musste, spürt der Leser förmlich. Die Bücherverbrennung, die Gewalt gegenüber Minderheiten.
In dieser Zeit ist Dr. Martin Kirsch, ein ehemaliger Chirurg, Arzt an der Berliner Charité auf der psychiatrischen Station. Der Leser wird Zeuge von Experimenten an Patienten und dem Erlass des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses".
Die Idee hinter dem Roman ist wirklich gut, doch leider hat er immer wieder Längen und plätschert ab ca. S. 250 nur noch so dahin.

Schreibstil:
Die Atmosphäre zu Beginn ist grandios. Der Leser ist gleich mittendrin und die Angst und Fassungslosigkeit ist spürbar. Doch leider hält diese Stimmung nicht an. Sie tritt ab der Mitte des Buchs sehr in den Hintergrund und die Spannung kommt leider auch nicht wieder.

Charaktere:
Kirsch ist die einzige wirklich glaubhafte Figur. Der Protagonist hat Tiefgang und man fühlt mit ihm. Leider sind die anderen eher oberflächlich und der Leser wird nicht warm mit ihnen. Gerade über Einstein erfährt man eher wenig (wenn von ihm gesprochen wird, dann zumeist über seine Forschungen). Die eigentlichen Zusammenhänge von Einstein und seiner Familie habe ich mir bei Wikipedia erschlossen. Danach war vieles verständlicher.

Mein Fazit:
Die Idee ist wirklich toll, die Umsetzung hat leider nicht geklappt. Teilweise zu viele Infos über die Forschungsgebiete Einsteins, die das Buch langatmig machen und die Spannung nehmen.

Und dann muss ich sagen, gab es im Buch extrem viele Rechtschreibfehler. Über die stolpert man beim Lesen leider oft.

Der Autor hätte aus der Story einfach mehr machen können. Von mir gibt es 2 von 5 Sternen, weil mir die Spannung komplett gefehlt hat.


Bewertung:  2 von 5 Sternen

Kommentare:

  1. Liebe Tamara,

    vor dieser Rezi hatte ich von dem Buch noch nichts gesehen, ehrlich gesagt. Der Klappentext macht echt neugierig, sehr schade, dass der Inhalt nicht überzeugen kann. Langatmig darf ein Buch mit so einem ernsten Thema eigentlich nicht sein...

    Liebe Grüße
    Jacqueline

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    1. Liebe Jacqueline,

      ja, mich hat das Buch auch Dank des Klappentextes neugierig gemacht. Leider verspricht der Klappentext dann doch mehr, als der Inhalt des Buchs halten kann und das hat mich ziemlich enttäuscht. Vielleicht sehen das andere Leser/innen nicht so, aber für mich war es einfach nicht so gelungen wie erwartet.
      Ich danke dir für deinen Kommentar und hoffe, du hast ein gutes Buch zur Hand.

      Liebe Grüße
      Tamara

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