Freitag, 11. Mai 2018

[Rezension] Lindgren/Forslund - Meine Kuh will auch Spaß haben - WERBUNG

Astrid Lindgren / Kristina Forslund - Meine Kuh will auch Spaß haben - Ein Plädoyer gegen die Massentierhaltung


Da ich dieses Buch vom Oetinger Verlag erhalten habe, worüber ich mich sehr freue, enthält die Rezension WERBUNG.

© Tamara Bretthauer

Angaben zum Buch:
Titel: Meine Kuh will auch Spaß haben - Ein Plädoyer gegen die Massentierhaltung
Autorinnen: Astrid Lindgren und Kristina Forslund
ISBN: 978-3-7891-0902-7
Verlag: Oetinger
persönliche Bewertung: 5 von 5 Sternen


Inhalt:
Astrid Lingren erhebt ihre Stimme gegen Tierquälerei: Beendet die katastrophalen Zustände in der Massentierhaltung! Gebt den Tieren ihr Recht auf eine natürliche Lebensweise zurück! Das forderte Astrid Lindgren von Schwedens Politikern. Mit Erfolg: Ende der 1980er Jahre wurde das schwedische Tierschutzgesetz geändert.
Das Buch enthält Astrid Lindgrens Artikel, die 1985 bis 1989 im „Expressen“ erschienen. Sie entstanden in Zusammenarbeit mit Kristina Forslund, Dozentin an der Tierärztlichen Hochschule Stockholm, die das Buch um einen aktuellen Kommentar ergänzt.

Autorinnen:
Eine kleine freche Göre, die die Welt der Erwachsenen auf den Kopf stellt, änderte schlagartig ihr Leben: Gerade noch Sekretärin beim Königlichen Automobilklub in Stockholm, wurde Astrid Lindgren 1945 sprichwörtlich über Nacht berühmt. Sie hatte eine Romanfigur erfunden, die wie sie eine Weltkarriere machen sollte: Pippi Langstrumpf. Lindgren, die 1907 in Vimmerby, Småland, geboren wurde, arbeitete fortan als Kinderbuchlektorin und Autorin. Ihr Erfolg war einmalig. Lindgren, die selbst Kinder hatte, mischte sich immer wieder in aktuelle politische Debatten ein und kämpfte bis zu ihrem Tod 2002 für die Rechte von Kindern. Das tut auch Pippi Langstrumpf, deren anarchische Charakterzüge die allzu strengen Regeln der Erwachsenen erfolgreich torpedieren. Ein großartiges Erbe!

Kristina Forslund wurde 1948 in Motala/Schweden geboren. Ab 1974 arbeitete sie als Tierärztin. Darüber hinaus forschte und lehrte sie an der Königlichen Tierärztlichen Hochschule sowie an der Schwedischen Landwirtschaftsuniversität mit Schwerpunkt Wiederkäuer. Kristina Forslund ist verheiratet, hat vier Kinder, fünf Enkel und eine Vielzahl von Haustieren und lebt heute in der Nähe von Uppsala in Mittelschweden. 

Quelle: Oetinger Verlag

Meinung:
Massentierhaltung ist die negative Auswirkung, die unser täglicher Fleisch- und vor allem Wurst- und Käsekonsum mit sich bringt. Ich nehme mich da nicht aus, denn ich freue mich im ersten Moment auch, wenn Milch, Joghurt, Eier, Butter, Wurst und Fleisch im Angebot sind und im Supermarkt nur einen Bruchteil von dem kosten, was im Bioladen um die Ecke dafür verlangt wird.
Dass die Bauern dabei trotzdem verdienen wollen (um natürlich auch davon leben zu könnnen) ist eher zweitrangig für den Konsumenten. Dass am Ende darunter aber die Tieren leiden müssen, das sehen wir Verbraucher nicht und wenn doch, wird es einfach verdrängt beim Biss ins "Mettbrötchen".

Dieses Buch gibt den Tieren eine Stimme.
Astrid Lindgren und Kristina Forslund haben bereits in den 80er Jahren das System der Massentierhaltung angeprangert. Umso erschreckender ist es, dass sich bis heute (30! Jahre später) nichts wesentlich verbessert hat und die Tiere weiterhin vom ersten bis zum letzten Tag ihres Lebens leiden müssen, nur damit wir unser täglich Fleisch auf dem Teller haben. Oder das Müsli mit der "Billig"-Milch übergießen können.

Die Autorinnen haben sich öffentlich in einer schwedischen Tageszeitung darüber ausgetauscht und sind für ihre Kritik zuerst belächelt und später angefeindet worden. Selbst Politiker scherten sich wenig um das Wohl der Tiere. Ein halbherziger Gesetzesentwurf wurde geschrieben, damit die berühmte Frau Lindgren endlich den Mund halten würde.
Leider lebt Astrid Lindgren schon länger nicht mehr und so müssen andere ihre Stimme erheben, damit die Tiere endlich "artgerecht" gehalten werden. Und vor allem sollten wir Konsumenten uns bewusster mit der Lebensmittelproduktion beschäftigen und auch bewusster konsumieren. Denn gerade die "Billigware" ist ja das große Problem. Wenn jeder auch nur etwas seltener Fleisch, Wurst und Käse essen würde, dann wäre den Tieren schon ein wenig geholfen. Wenn dann noch die Regierung dafür sorgen würde, dass alle Tiere genügend Auslauf bekämen, kein Antibiotika mehr erlaubt würde in der Tierhaltung und der Bauer selbst von den Supermärkten ordentlich bezahlt würde, dann könnte man evtl. von einem guten Weg in Richtung Tierwohl sprechen.

Diese Rezension ist so ganz anders, als meine sonstigen Rezensionen, aber das Thema geht mir einfach sehr nahe. Eigentlich beschäftige ich mich mit Schreibstil und Charakteren im Buch. Doch dieses war mir einfach eine Herzensangelegenheit. 
Ich selbst könnte mir nicht vorstellen auf Dauer vegan zu leben, habe aber großen Respekt vor denen, die dies tatsächlich tun. Ich versuche mein Essverhalten insoweit zu kontrollieren, dass ich bewusster mit Lebensmitteln umgehe und sie nicht im Überfluss kaufe, um sie später halbverzehrt in die Mülltonne zu werfen. Außerdem koche ich oft vegetarische Mahlzeiten. 

Fazit:
Ich denke, wenn wir uns immer wieder bewusst machen, dass Tiere für uns sterben oder "benutzt" werden, um unseren Kühlschrank zu füllen, dann gehen wir auf die Dauer einfach ganz anders mit diesen Erzeugnissen um. Es sollte vor allem wieder etwas Besonderes sein z.B. einen Sonntagsbraten zu essen oder Eier für den Kuchen benutzen zu können.

Ich wünsche mir von Herzen, dass die Gesellschaft irgendwann merkt, dass diese Massentierhaltung nichts ist, worauf man stolz sein kann und dass diese Tiere wieder als Tiere und nicht als "Produktionseinheiten" angesehen werden.

Ein wichtiges Buch und ein Thema, über das auch heute viel zu wenig gesprochen wird.

Kommentare:

  1. Hallo Süße,
    tolle Rezension zu einem polarisierendem und vor allem wichtigen Thema. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und somit auch mit den Tieren die später auf dem Teller landeten. Trotzdem bin ich ein Fleisch- und Wursttiger, aaaber ich beziehe und esse ausschließlich Bio-Produkte und hier auch nur heimische (bis auf ein paar Ausrutscher welche hauptsächlich das Obst betreffen). Der Grund sind die Tiere und die Bauern.
    Das Buch landet definitiv auf meiner WL und ich bedanke mich für die tolle Rezension, die das Buch auf meinen Radar beförderte.

    Liebe Grüße aus Wien
    Conny

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    1. Huhu Conny,

      danke dir für deinen lieben Kommentar. Ja, ein sehr wichtiges Thema. Umso erschreckender, dass so wenig darüber gesprochen wird. Ich finde es vor allem furchtbar, dass bei Bio eigentlich nur darauf geachtet wird, wie gefüttert wird und was, aber nicht unbedingt wie die Tiere leben. Da muss sich noch einiges ändern. Und auch der Schlachtprozess sollte anders umgesetzt werden. Aber es wäre schon einiges getan, wenn die Menschen bewusster mit tierischen Lebensmitteln umgehen würden. Aber das bleibt wohl auch weiterhin ein Wunschtraum. Finde es gut, dass du viel Bio isst und auch darauf achtest, wo du dein Fleisch kaufst. Das hilft auch schon.

      Liebe Grüße
      Tami

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  2. Ich habe von dem Buch noch eine alte Ausgabe im Regal stehen. Ich glaube, das sollte ich mir noch mal zum Lesen heraus nehmen!
    #litnetzwerk

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    1. Hallo, schön dass du vorbeigeschaut hast. Also ich finde dieses Buch absolut lesenswert. =)
      Liebe Grüße
      Tamara

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  3. Eine tolle Rezension, über ein mir noch unbekanntes Buch. Ich stimme Dir absolut zu, dass sich alle mit dem Thema auseinandersetzen müssen und jede Vorbildfigur dafür wichtig ist! Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto bewusster geht man mit Lebensmitteln um.
    Liebe Grüsse
    Isabel

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    1. Liebe Isabel,

      schön, dass du vorbeischaust. Ich denke, wir sollten uns alle einfach bewusster mit der Materie "Lebensmittel" auseinandersetzen. Nicht nur, um überhaupt zu wissen, was man da so wahllos in sich hinein stopft, sondern eben auch, um klar zu machen, dass andere Lebewesen ihr Leben für uns lassen.

      Liebe Grüße
      Tamara

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  4. Die meisten Menschen kaufen völlig unbelastet und gedankenlos das Billigfleisch, Milch, Käse usw. weil sie eben nicht damit konfrontiert werden, wie Kühe und Hühner ihr Leben fristen müssen, wenn man gewisse Nahrungsmittel in großen Mengen und dann auch noch billig produziert. Man kann sicher den Tieren nutzen, wenn man ihre Situation immer wieder ins Gedächtnis ruft und "den Tieren eine Stimme" gibt.
    Ich wusste gar nicht, dass die berühmte Astrid Lindgren sich in diese Richtung engagiert hat. Das Buch sehe ich mir definitiv näher an.

    Liebe #Litnetzwerk-Grüße
    Gabi

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    1. Liebe Gabi,
      ganz lieben Dank dir für deinen Kommentar. Ja, ich denke man kann nicht oft genug darauf aufmerksam machen.

      Liebe Grüße
      Tamara

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Und jetzt danke ich dir natürlich für deinen Kommentar und freue mich darauf.