Freitag, 8. Juni 2018

[Rezension] Nellie Bly - Zehn Tage im Irrenhaus - WERBUNG

Nellie Bly - Zehn Tage im Irrenhaus


Ich möchte mich ganz herzlich beim Aviva Verlag für dieses tolle Rezensionsexemplar bedanken. Da ich es umsonst zur Verfügung gestellt bekommen habe, kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG, auch wenn dies nichts an meiner persönlichen Meinung zum Buch ändert.



Foto: Tamara Bretthauer

Angaben zum Buch:
Titel: Zehn Tage im Irrenhaus - Undercover in der Psychiatrie
Autorin: Nellie Bly
Verlag: Aviva
Preis: 16,00 €
persönliche Bewertung: 5 von 5 Sternen




Inhalt:
New York, 1887. Für ihren ersten Auftrag als freie Journalistin bei der aufstrebenden Tageszeitung Joseph Pulitzers, New York World, soll Nellie Bly undercover aus der Frauenpsychiatrie auf Blackwell's Island berichten. Ob sie den Mut dazu habe? Die 23-Jährige zögert nicht – natürlich hat sie den.
Der Weg in die Anstalt erweist sich als Kinderspiel. Doch Bly merkt schnell: Wer einmal drin ist, dessen Chancen stehen schlecht, jemals wieder herauszukommen. 
In ihrer bahnbrechenden Reportage berichtet die Undercover-Journalistin Nellie Bly von den desaströsen Zuständen und grauenhaften Misshandlungen, deren Zeugin sie wurde.
Zehn Tage im Irrenhaus  ist ein Meilenstein des investigativen Journalismus und ein wichtiges Dokument der Psychiatriegeschichte.


Autorin:
Nellie Bly wird am 5. Mai 1864 als Elizabeth Jane Cochran in Pennsylvania geboren. Mit einem Leserbrief gelingt ihr 1885 der Einstieg in den Journalismus. Kurze Zeit später geht sie nach New York. Für Joseph Pulitzers Zeitung New York World lässt sie sich in eine Psychiatrie einliefern und verfasst daraufhin die investigative Reportage »Ten Days in a Mad-House«. Bald darauf erscheint die ebenfalls sehr erfolgreiche Reisereportage »Around the World in Seventy-Two Days«, für die sie sich in der Tradition von Jules Vernes Romanhelden Phileas Fogg auf eine Weltreise begeben hatte. 1895 heiratet Bly den 70-jährigen Industriellen Robert Seaman, dessen Unternehmen sie nach seinem Tod 1904 leitet. Nach dessen Bankrott kehrt sie zum Journalismus zurück und wird 1914 Kriegskorrespondentin in Österreich. Am 27. Januar 1922 stirbt Nellie Bly an einer Lungenentzündung.

Quelle: Aviva Verlag


Meinung:
Ende des 19. Jahrhunderts bricht eine junge Frau aus den Konventionen der damaligen Zeit aus und lässt sich als Undercover-Journalistin einweisen. Sie beweist unglaublich viel Mut, weiß sie doch nicht, was sie dort erwartet.
Unter falschem Namen und mit erdachter Lebensgeschichte mimt sie die geisteskranke Nellie Brown. Unglaublich welch grauenvolle Dinge sie berichtet.

Nicht zuletzt wegen des Erzählstils aus der ICH-Perspektive ist Nellies Bericht so lebendig und als Leser leidet man direkt mit den Patientinnen. Sie nimmt uns mit in eine Zeit, in der psychisch kranke Menschen wie gesellschaftlicher "Ausschuss" behandelt werden und insbesondere Frauen nicht einmal wirklich untersucht werden, bevor man sie als geisteskrank abstempelt und einsperrt.
Mich hat es unglaublich erschreckt, wie schnell eine Frau damals als irre galt, wenn sie bloß einen anderen Lebensweg eingeschlagen hatte.

Nellie ist eine bemerkenswerte Frau gewesen und hat mit ihrer Berichterstattung das Augenmerk auf ein Elend hinter verschlossenen Türen und fern von der Mitte der Gesellschaft gelegt. Sie hat Mut bewiesen und ist sich nicht zu fein dafür gewesen selbst unter diesen grauenhaften Zuständen zu leben.

Fazit:
Ein beeindruckender Erfahrungsbericht, der zu seiner Zeit wohl Vorreiter war für viele nachfolgende Undercoveraktionen, wie sie noch heute von Wallraff und Co. unternommen werden.
Auch wenn es noch bis in die 1950er Jahre dauern sollte, bis psychiatrische Kliniken endlich den Wert jedes Individuums erkennen sollten, so hat Nellie Bly doch schon damals ihren Teil dazu beigetragen das Leben in solchen Einrichtungen etwas zu verbessern.

Ich vergebe für diesen Erfahrungsbericht 5 von 5 Sternen, da mich Nellie sofort abgeholt hat und ich gefühlt mitten dabei war.



Kommentare:

Janna von KeJas-BlogBuch hat gesagt…

DA IST DIE REZIIII und ich hab endlich Zeit für einen Besuch und joa du Influencerin! - wandert direkt auf meine Wunschliste! DAS klingt super interessant, auch wenn ich mich mit dem Titel etwas schwer tue, aber das weißt du ja schon.

hab einen mukkelig-sonnigen Sonntag :-*

Leuchtturmwärterin hat gesagt…

Huhu Janna,
ich Nuss hab nicht mitbekommen, dass du kommentiert hast. Gut dass du was gesagt hast bei Twitter. Hatte einige neue Kommentare. *g*
Du bist nicht die einzige, die ich mit dem Buch angefixt habe. *g*


Liebe Grüße
Tami

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